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Corona-Lage: Millionen Corona-Impfdosen vor der Vernichtung

Inzidenzwerte weiter rückläufig : Drei Millionen Corona-Impfdosen vor der Vernichtung

Während die Corona-Inzidenzwerte weiter rückgängig sind, warnt das Gesundheitsministerium vor der Vernichtung von drei Millionen ungenutzten Corona-Impfdosen. Die Krankenhäuser beklagen einen akuten Personalmangel wegen hoher Infektionszahlen bei Pflegerinnen und Pflegern.

Bis Ende Juni droht die Vernichtung von etwa drei Millionen Dosen Corona-Impfstoff in Deutschland. Die Zahl nannte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag. Man habe momentan mehr Impfstoff zur Verfügung als genutzt werde und gespendet werden könne. Die internationale Impfstoffinitiative Covax nehme zum Beispiel zur Zeit keine Spenden mehr an. „Deswegen besteht durchaus eine Gefahr, dass Impfstoff verworfen wird“, sagte der Sprecher.

Laut Impfdashboard des Ministeriums wurden zuletzt nur noch einige Zehntausend Dosen pro Tag verabreicht. Im vergangenen Dezember waren es manchmal täglich mehr als eine Million Impfungen am Tag.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ging unterdessen weiter zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 1080 an. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1424,6 (Vormonat: 1439,0). ´

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) beklagte wegen vieler Corona-Fälle einen Personalnotstand in den Kliniken und pochte auf eine Verlängerung des staatlichen Rettungsschirms, der an Ostern auslaufen wird. „Wir befinden uns weiterhin in einer angespannten Situation, denn wir haben mit hohen Personalausfällen zu kämpfen. Deshalb kann auch in den Krankenhaus kein Normalbetrieb herrschen“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß. „Trotzdem ist immer die Versorgung der Menschen im Krankenhaus gewährleistet, wie auch in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie. Dies verdanken wir vor all dem besonderen Engagement der Mitarbeitenden, die auch in Zeiten der hohen Personalausfällen die Versorgung sicherstellen“, sagte Gaß. „In dieser angespannte Situation ist es für uns nicht erklärbar, warum ein wesentlicher Teil des ,Rettungsschirms Krankenhaus‘ am 18. April aufläuft“, sagte Gaß. „Eine falsche politische Entscheidung und ein fatales Signal, denn die Pandemie ist noch nicht vorbei.“