Mercosur-Abkommen mit Südamerika Endlich mal eine gute Nachricht
Meinung | Berlin · Die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens zwischen der EU und Südamerika ist ein Lichtblick in einer Zeit, in der unter dem Zoll-verliebten neuen US-Präsidenten Donald Trump der Protektionismus voranschreiten wird.
Fast 25 Jahre nach Beginn der Verhandlungen hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen endlich das Freihandelsabkommen Mercosur mit den südamerikanischen Staaten abgeschlossen. Gegen den Widerstand mächtiger EU-Länder wie Frankreich, Italien und Polen, die Wettbewerbsnachteile für ihre Bauern befürchteten, hat sich die ökonomische Vernunft in Brüssel durchgesetzt. Denn die Nachteile für europäische Agrarproduzenten werden durch die Vorteile für die restliche Wirtschaft, insbesondere für die angeschlagene Industrie, mehr als aufgewogen.
Deutschland dürfte mit seiner starken Exportwirtschaft zu den Ländern gehören, die am meisten von dem Abkommen profitieren. Das Abkommen schafft eine der weltweit größten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern. Es sieht vor, vor allem Zölle abzubauen und damit den Handel anzukurbeln. Deutschen Lieferanten und Produzenten eröffnen sich damit neue Möglichkeiten und Märkte. Die Industrie erhält zudem Zugang zu südamerikanischen Rohstoffen, etwa Seltene Erden, die, wie der Name schon sagt, wegen der internationalen Konkurrenz um sie seltener werden.
Auch deutsche Landwirte erwarten allerdings Nachteile, wenn südamerikanische Agrarprodukte, die nicht nach den hohen europäischen Umwelt- und Qualitätsstandards hergestellt wurden, jetzt leichter nach Europa kommen können. Hier könnte die deutlichere Kennzeichnung der Herkunft helfen, damit sich Verbraucher entscheiden können, ob sie südamerikanische oder bessere europäische Produkte kaufen wollen.
Vor allem aber ist das Mercosur-Abkommen ein wichtiges politisches Symbol: Es ist ein Lichtblick in einer Zeit, in der unter dem Zoll-verliebten neuen US-Präsidenten Donald Trump der internationale Protektionismus voranschreiten wird.