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Ukraine-Krieg: Bundesregierung gibt 30 Millionen für Konfliktforschung

30 Millionen Euro für Friedenssicherung : Stark-Watzinger erhöht wegen Ukraine-Krieg Mittel für Konfliktforschung

Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger will zehn Forschungsgruppen mit insgesamt 30 Millionen Euro fördern. Unter anderem geht es um bessere Methoden, mit denen etwa die Verbreitung von Atomwaffen besser kontrolliert werden kann.

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine die Mittel für Konfliktforschungsprojekte erhöht. 30 Millionen Euro sollen in den kommenden vier Jahren insgesamt zehn Forschungsverbünden zugute kommen. „Krieg ist in seiner grausamsten Form nach Europa zurückgekehrt. In der Ukraine zeigt sich Tag für Tag, welches unendliche Leid Krieg hervorruft. Wir müssen in allen Bereichen mehr tun, um künftige Kriege zu verhindern und Frieden und Freiheit zu sichern“, sagte Stark-Watzinger unserer Redaktion.

Unter den begünstigten Antragstellern sind unter anderem Forschende aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern. So will beispielsweise das Verbundvorhaben „VeSPoTec“ der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, des Forschungszentrums Jülich und der Universität Duisburg-Essen ein neues Zentrum für Friedensforschung mit dem Schwerpunkt Verifikation aufbauen. Verifikation meint in dem Zusammenhang die Überprüfung, ob eine vereinbarte Verpflichtung zur Reduzierung oder Abrüstung von Nuklearwaffen tatsächlich eingehalten wird.

„Wissenschaft und Forschung können uns Wege aufzeigen, wie wir uns in einer unvorhersehbaren Welt vor Bedrohungen schützen können. Und wie wir perspektivisch eine friedliche Welt wahrscheinlicher machen können“, sagte Stark-Watzinger. Die Friedens- und Konfliktforschung könne einen wichtigen Beitrag leisten, die Gründe für Kriege besser zu verstehen und sie letztendlich zu verhindern. „Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird dieses Forschungsfeld in den nächsten Jahren mit 30 Millionen Euro stärken. Diese Maßnahme ist lange geplant, aber wir weiten sie jetzt auch noch einmal aus“, so die Ministerin. „Im Ergebnis wollen wir die Friedens- und Konfliktforschung strukturell so aufstellen, dass sie auch zu den Kriegen und Konflikten von morgen Antworten geben kann.“

Die FDP-Politikerin sieht die Bedeutung angesichts des Krieges in der Ukraine gewachsen. „Aktuell schauen wir natürlich in besonderer Weise auf die Ukraine. Die Friedens- und Konfliktforschung hilft uns, die Hintergründe des dort wütenden Krieges noch besser zu verstehen und darauf aufbauend mögliche Wege für eine dauerhafte Konfliktlösung auszuloten, so schwierig dies im Augenblick erscheinen mag“, sagte sie. Dabei werde insbesondere ein Projekt helfen, das sich gezielt mit dem Raum Osteuropa beschäftige. Das Vorhaben, an dem das Berliner Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien sowie die Universität Jena beteiligt sind, soll verstreute Forschung bündeln. „Damit die Wissenschaft dem immensen Informations- und Beratungsbedarf mit Blick auf die Ukraine gerecht werden kann, planen wir, zusätzliche Mittel für ein ‚Ukraine-Hub‘ bereitzustellen, das Kompetenzen der Osteuropaforschung und der Friedens- und Konfliktforschung speziell mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen zusammenführt“, sagte Stark-Watzinger. Es solle Erkenntnisse der Forschung sowohl für politische Entscheidungsträger als auch die breite Öffentlichkeit gezielt aufbereiten. „Wir wollen dafür rasch Mittel in einen mittleren sechsstelligen Betrag aktivieren“, so die Ministerin.