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Kläranlagen in der Region sind zerstört: Wie geht es weiter?

Umweltkatastrophe : Noch ist vieles im Ungewissen

Herbert Zahnen ist Eigentümer von Zahnen Technik in Arzfeld. Das Unternehmen aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm entwickelt und baut deutschlandweit Kläranlagen und ist einer der Marktführer. Mit ihm sparch TV-Redakteur Fritz-Peter Linden.

 Herr Zahnen, was ist im Moment das größte Problem?

Herbert Zahnen: Die Fäkalien in der Umwelt. Das ist für Mensch und Umwelt ein Problem, das muss schnell beseitigt werden. Wir sind da seit der ersten Nacht bei der Arbeit. Wir haben einen Notfalldienst, der ist seitdem unterwegs. Die Firmen, obwohl sie viel tun, können das aber nicht allein. Auch das Betriebspersonal in den Kommunen ist seit dem 14. Juli Tag und Nacht im Einsatz.

Konnte denn an einigen Anlagen bereits Hilfe geschaffen werden?

Zahnen: Viele Anlagen sind wieder in Betrieb, zum Teil natürlich nur provisorisch. Aber Priorität ist, dass die Anlagen laufen. Nächste Woche beginnen unsere Betriebsferien. Aber wir haben 41 Mitarbeiter, die trotzdem freiwillig arbeiten werden. Wenn die irgendwo gebraucht werden, fahren sie da hin.

 Und die Lage insgesamt?

Zahnen: Übersicht ist ein gutes Stichwort: Die hat im Moment keiner. Deswegen haben wir ein Hilfsangebot an alle Kommunen gemacht: Wir bieten eine kostenlose Schadensanalyse und Kostenschätzung. Welche Firma dann später den Auftrag erhält, ist dabei egal.

Was muss getan werden, wenn eine Anlage zerstört ist?

Zahnen: Da gibt es andere Firmen wie Francois in Rittersdorf, die dann abpumpen können oder mit mobilen Anlagen helfen. Die sind auch seit der Flutnacht mit der ganzen Mannschaft unterwegs.

 Können Sie sagen, wie viele Anlagen insgesamt beschädigt oder zerstört sind?

Zahnen: Eine Gesamtzahl haben wir noch nicht. Es gibt ja auch Kommunen in den stark betroffenen Gebieten, da konnte man bis zum Wochenende noch gar nicht hin. Wenn man jede Kleinkläranlage und jedes Pumpwerk mit zählt, dann ist die Zahl bestimmt dreistellig. Und bei größeren Anlagen zweistellig.

Kann man den Schaden schon beziffern?

Zahnen: Nein, das kann man noch gar nicht, das ist Kaffeesatz. Und zur Technik kommen ja noch die Bauten hinzu, die Infrastruktur, die Straßen, die zu den Anlagen führen. Da lagen ja Kanäle drin und Leitungen. Ich weiß, dass die Kommunen von der ADD gebeten wurden, die Schäden zu ermitteln. Aber da gibt es meines Wissens noch keine zuverlässigen Zahlen.