1. Nachrichten
  2. Politik

Mit den weiteren Schulöffnungen wächst die Sorge vieler Eltern vor Corona-Infektionen

Trier : Wie groß ist das Risiko in Schulen?

Mit den weiteren Schulöffnungen wächst die Sorge vieler Eltern vor Corona-Infektionen ihrer Kinder. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin beruhigt, die Gefahr sei vergleichsweise gering.

Seit einer Woche gehen die Grund- und Förderschüler wieder in die Schule und zwar im tage- oder wochenweisen Wechselunterricht. Nächste Woche sollen die Fünft- und Sechstklässler in den Präsenzunterricht zurückkommen, eine Woche später die restlichen Schüler. Viele Eltern sorgen sich, dass vor allem wegen der Ausbreitung der Virus-Mutationen das Infektionsrisiko in den Schulen steigen könnte.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) beruhigt die Eltern. In einem Brief schreibt sie, dass auch die Gesundheitsexperten der Universitätsmedizin Mainz die Schulöffnung befürworteten, außerdem würden strenge Hygienevorschriften in den Schulen gelten wie etwa die Pflicht, FFP2-Masken oder medizinische Masken im Unterricht zu tragen. Alle an den Schulen Beschäftigten könnten sich regelmäßig kostenlos testen lassen. „Ich bin mir sicher, dass wir es mit diesen Maßnahmen schaffen, dass Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten und damit den Schülerinnen und Schülern ein sicheres Lernen in der Schule ermöglichen können.“

Mit Beginn des Unterrichts in den Grund- und Förderschulen vor einer Woche hat sich die Zahl der infizierten Schüler und Lehrer wieder leicht erhöht. Am Sonntag meldete die Schulaufsicht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier 256 infizierte Schüler, eine Woche zuvor waren es 185. Bei den Lehrkräften galten am Sonntag 35 als infiziert, sechs mehr als vor einer Woche. 195 Schulen waren von Infektionsfällen betroffen, 55 waren deswegen komplett geschlossen.

Unklar ist, ob sich alle infizierten Schüler und Lehrer in der Schule angesteckt haben. Das Landesuntersuchungsamt (Lua) untersucht seit Ende der Sommerferien das Infektionsrisiko an Schulen. Die Behörde kommt bei der Auswertung der Daten bis Dezember vergangenen Jahres zu dem Schluss, dass das Übertragungsrisiko bei Auftreten eines bestätigten Covid-Falles in Schulen und Kitas Schnitt 1,3 Prozent betrug. „Dieses vergleichsweise niedrige Risiko spricht dafür, dass die bislang ergriffenen Maßnahmen wirken“, heißt es in der Studie. Es müsse dabei berücksichtigt werden, dass es sich bei dem Wert „wahrscheinlich sogar um eine Überschätzung des tatsächlichen Infektionsgeschehens an Schulen und in Kitas handelt“, da die Untersuchung nicht zwischen Übertragungen an der Schule oder zwischen Schülern in der Freizeit unterscheiden könne.

Die Ergebnisse belegen laut Lua, dass das Übertragungsrisiko sehr stark von der Art der Einrichtung und der Rolle der infizierten Person abhänge. Im Vergleich zu Schulen zeige sich in Einrichtungen für Kinder unter sechs Jahren ein etwa dreimal so hohes Übertragungsrisiko. In Kitas gingen aber die meisten Infektionen auf Erzieher zurück. Das Risiko einer Ansteckung des Betreuungspersonals durch die Kinder sein „ein vergleichsweise selteneres Ereignis“, vor allem in Schulen. Bei der Neubewertung von Hygienekonzepten sollte, so das Lua, ein besonderes Augenmerk unter anderem auf Kitas gelegt werden, vor allem Kontakten zwischen Erziehern etwa in Pausenräume oder bei Besprechungen.

„Das Potenzial zu einer Reduktion der Infektionslast scheint hier am größten“, so die Studie. Wie sich eine weitere Ausbreitung der Virus-Mutationen auf das Übertragungsrisiko in Kitas und Schulen auswirke, müssten weitere Ergebnisse der Studie zeigen, so das Lua. Die vorliegenden Ergebnisse unterstützten die seit Montag begonnenen Impfungen von Erziehern, heißt es. Die Behörde empfiehlt die Einführung von Schnelltests auch in Schulen, sie verbesserten die Chancen für die Durchführung von Präsenzunterricht. Eine umfassende Teststrategie an Schulen verlangt auch die CDU-Fraktion im Landtag. Alle Schüler und Kita-Kinder sowie Lehrer und Erzieher sollen demnach zweimal wöchentlich getestet werden.