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Rheinland-Pfalz verschärft erneut die Corona-Regeln.

Corona : 2G, 2G plus, Kontaktbeschränkung: Das gilt ab Samstag im Land

Rheinland-Pfalz verschärft erneut die Corona-Regeln. Wir geben einen Überblick, was künftig erlaubt ist und was nicht.

„Die Lage ist sehr ernst“, das sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstagabend nach den Gesprächen der Länderchefs mit der Noch-Bundeskanzlerin und ihrem designierten Nachfolger. Sorge bereite ihr die neue „noch ansteckendere Corona-Variante und ein Impfschutz, der schneller nachlässt, als angenommen“. Damit begründete sie weitere Einschränkungen für Ungeimpfte und neue Vorgaben für Geimpfte und Genesene.

 Ab Samstag gilt nämlich in Rheinland-Pfalz die 2G-Plus-Regel in Innenbereichen überall dort, wo keine Maske getragen werden kann. Dort müssen auch geimpfte Personen einen gültigen negativen Test vorlegen. Betroffen davon sind laut Dreyer unter anderem die Gastronomie, Hotels, der Sport im Innenbereich, aber auch körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik. Dort wo drinnen die Maske getragen werden kann, etwa beim Friseur oder bei der Fußpflege, gelte weiterhin die 2G-Regel. Das heißt: Geimpfte und Genesene brauchen keinen zusätzlichen Test. Ungeimpfte dürfen aber weiterhin nicht zum Friseur.

Überall dort, wo die 2G-plus-Regel gilt, also auch in der Gastronomie, dürfen zusätzlich maximal 25 ungeimpfte Minderjährige teilnehmen, sie müssen aber auch einen negativen Corona-Test vorweisen. „Wir Gastronomen werden wieder abgestraft für die Unfähigkeit der Politik, endlich eine Impfpflicht durchzusetzen“, beschwert sich der Restaurantbetreiber Jörg Linden aus Ayl (Trier-Saarburg). Der Präsident des rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Gereon Haumann, hält die Verschärfung der Regeln für überflüssig. Die Gastronomie sei immer schon ein sicherer Ort gewesen und kein Infektionstreiber, sagte Haumann unserer Redaktion. Die Beschränkung auf Geimpfte und Genesene stelle bereits eine effektive Zugangsbeschränkung und „damit eine erhebliche Minimierung der Ansteckungsgefahr dar“. 2G-Plus sei sehr ärgerlich und bedeute etwa für Cafés, Bistros oder Kneipen einen faktischen Lockdown. Mit dieser Dreifach-Sicherung sei die Gastronomie sicherer als „Fort Knox“, sagt Haumann. Er fordert von der Landesregierung eine Zusicherung, dass es keine Verschärfung der Maßnahmen und keinen Lockdown geben werde.

2G-Plus gilt auch beim Sport in Innenräumen, ebenso in Schwimmbädern. Ausnahmen gelten auch dort für nicht geimpfte Kinder und Jugendliche. Erste Sportvereine haben bereits ihr Training und ihre Übungsstunden abgesagt.

Keinen Test brauchen Geimpfte und Genesene bei Veranstaltungen im Freien. Dort gilt ab Samstag generell für alle Veranstaltungen draußen die 2G-Regel und Maskenpflicht. Ungeimpfte dürfen also nicht teilnehmen. Unter diesen Umständen hält Dreyer auch das Offenhalten von Weihnachtsmärkten für vertretbar. Es könnte aber sein, dass die Zahl der Besucher begrenzt wird. Dreyer machte das von den Beschlüssen der offiziellen Bund-Länder-Runde an diesem Donnerstag abhängig. „Im Hinblick auf Kapazitätsbegrenzung und maximale Besucherzahl favorisieren wir eine bundeseinheitliche Lösung“, sagte die Ministerpräsidentin.

Eine solche einheitliche Lösung strebt Dreyer auch bei Beschränkungen für Ungeimpfte im Handel an. Die Regierungschefin machte deutlich, dass sie, ähnlich wie der designierte Kanzler Olaf Scholz, 2G für den Einzelhandel anstrebt. Das bedeutet, dass Ungeimpfte bis auf die Geschäfte für den täglichen Bedarf, also etwa Supermärkte, nicht mehr einkaufen dürfen. „In unserer Region halten wir die bundesweite Einführung einer 2G-Regel für Teile des Einzelhandels für falsch“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), Jan Glockauer. Es gebe bewährte Konzepte, „die besser und verhältnismäßig“ seien. Auf die Geschäftsleute kommt, mitten im Weihnachtsgeschäft, aber eine weitere Einschränkung hinzu. Die Zahl der sich gleichzeitig im Geschäft aufhaltenden Kunden wird wieder reduziert.

Für Ungeimpfte soll es zudem weitere Beschränkungen geben. Im öffentlichen Raum sollen sich Ungeimpfte nur noch mit dem eigenen Hausstand oder mit einer weiteren Person treffen dürfen. Minderjährige würden dabei nicht mitgezählt, sagte Dreyer. Auch hier stellt sich die Frage, wie diese Kontaktbeschränkungen kontrolliert werden sollen.