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Virus-Mutationen in Luxemburg breiten sich aus

Coronavirus : Virus-Mutationen in Luxemburg breiten sich aus

In Luxemburg breiten sich immer weiter die Corona-Mutationen aus.

In der vergangenen Woche wurde vom Nationalen Gesundheitslabor in Luxemburg in 56 Fällen die britische Variante des Corona-Virus nachgewiesen, seit Jahresanfang hat es demnach 114 Nachweise dieser Mutation in Luxemburg gegeben. Sie ist damit die am häufigsten verbreitete Variante im Nachbarland. Von der ebenfalls als ansteckender geltenden afrikanischen Variante wurden in der vergangenen Woche acht (seit Jahresanfang 14) und von der brasilianischen Variante bislang eine.

Die Ausbreitung der britischen Corona-Varianten in Luxemburg wird auch mit verantwortlich gemacht für zum Teil deutlich steigende Zahlen an Neuinfektionen diesseits der Grenze. So ist der Inzidenzwert im Eifelkreis Bitburg-Prüm laut Robert Koch-Institut um 103 Prozent gestiegen.

Während der luxemburgische Bildungsminister Claude Meisch am Freitagmorgen noch sagte, die Lage bringe ihn nicht aus der Ruhe, zeigte sich Premierminister Xavier Bettel besorgt. Er kündigte daher an, dass der Teil-Lockdown mit der Schließung der Restaurants, den Kontaktbeschränkungen und den Ausgangsbeschränkungen bis 14. März verlängert werden müsse. Es sei nicht die Zeit für Lockerungen, sagte Gesundheitsminister Paulette Lenert.

Meisch sagte genau wie Lenert, dass man auch wegen der Ausbreitung der Corona-Mutationen im Austausch mit den Nachbarn sei. Vor allem wegen der Ausbreitung der Corona-Mutationen im benachbarten Department Moselle in Frankreich stehe sie im Kontakt mit dem französischen Gesundheitsminister.

Man stimme alle notwendigen Maßnahmen mit den Nachbarn ab, sagte auch Meisch. Er sei nicht überrascht, dass sich überall in der Großregion die Virusvarianten verbreiten. Wie groß die Angst ist, dass die Grenzen wieder geschlossen werden, zeigt sich in der Äußerung des Bildungsministers, dass das Virus sich nicht an Grenzen halte. Bettel betonte jedoch, dass er keine Notwendigkeit sehe, die Grenzen zu schließen. „Wir sind in der Großregion alle in einem Boot“, sagte der Premierminister. Trotzdem hat es am Freitag den ganzen Tag wohl Verhandlungen zwischen dem luxemburgischen Außenminister und Deutschland gegeben, um mögliche Grenzschließungen zu verhindern. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat Kontrollen an den Grenzen zu Frankreich und Luxemburg nicht ausgeschlossen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, man versuche zu verhindern, dass es erneut zu einer Situation wie im vergangenen Jahr komme, als Deutschland einseitig die Grenzen zu Frankreich und Luxemburg geschlossen hat. Man sei im Dialog miteinander, wie man es hinbekomme, dass trotz möglicherweise steigender Infektionen in den Nachbarländern die Grenzen nicht wieder geschlossen werden. „Wir leben gut miteinander mit unseren Nachbarn und wir wollen nicht, dass die Grenzen wieder geschlossen werden“, sagte Dreyer am Freitagmorgen im ZDF.

Trotz der angespannten Lage in Luxemburg und weiter steigender Zahl an Neuinfektionen sollen ab 22. Februar wieder die Grundschulen öffnen. Diese waren diese Woche geschlossen worden, nachdem vor allem die Zahl der Corona-Infektionen unter Kindern deutlich gestiegen war. Man habe die Lage nun wieder unter Kontrolle, sagte Meisch. Er schloss aber nicht aus, dass die Schulen möglicherweise wieder zugemacht werden müssen.