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Wie geht es bei den Corona-Beschränkungen weiter?

Coronavirus : Corona-Maßnahmen im Land könnten am Wochenende enden

Bundesgesundheitsminister empfiehlt Ländern Hotspot-Regelung, um Klinik-Überlastung zu verhindern. In Rheinland-Pfalz geht Zahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern zurück.

Trotz weiterhin hoher Corona-Zahlen enden möglicherweise am Wochenende fast alle Corona-Einschränkungen in Rheinland-Pfalz, wie etwa die Maskenpflicht in Innenräumen oder in Schulen. Noch bis zum 2. April gilt eine Übergangsregelung, da mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes alle Einschränkungen zum 20. März aufgehoben wurden. Wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen haben einige Bundesländer, darunter eben Rheinland-Pfalz, einige Corona-Maßnahmen verlängert. Doch wie geht es nun nach dem Auslaufen der Übergangsregel weiter? Das Infektionsschutzgesetz erlaubt es den Bundesländern, sogenannte Corona-Hotspots zu erklären. Entweder kann ein ganzes Bundesland oder einzelne Regionen zu einem Hotspot erklärt werden, in dem wieder verschärfte Maßnahmen bis hin zu 2G-Regeln in der Gastronomie gelten. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte auf TV-Anfrage, dass noch keine Entscheidung darüber gefallen sei. „Die Landesregierung analysiert die Situation sehr genau und erörtert die Lage regelmäßig. Dabei werden geltende Regelungen ständig überprüft und gegebenenfalls angepasst, wenn es die Situation erfordert“, so der Sprecher.

Die Gesundheitsminister der Länder haben am Montagnachmittag mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) über die Lage beraten. Nach der Konferenz sprach Lauterbach von einer „unbefriedigenden Situation“ und empfahl den Bundesländern von der Hotspot-Regel Gebrauch zu machen, auch wenn erst eine Überlastung des Gesundheitswesens drohe. Etwa durch eine Vielzahl von Covid-Patienten in den Kliniken oder einen vermehrten Corona bedingten Personalausfall.

In Rheinland-Pfalz sank die Hospitalisierungsinzidenz, die angibt, wie viele Covid-Patienten auf 100.000 Einwohner im Krankenhaus behandelt werden, am Montag auf 7,5. Insgesamt 106 Covid-Patienten lagen auf Intensivstationen, 13 davon in der Region. In Trier und Trier-Saarburg werden derzeit 71 Corona-Patienten in Kliniken behandelt, in Bernkastel-Wittlich waren es Ende vergangener Woche 23.

Der Immunologe Dirk Brenner vom Luxembourg Institute of Health rechnet damit, dass es in den kommenden Wochen wieder mehr schwere Verläufe geben wird. Trotzdem halte er „maßvolle“ Öffnungsschritte für möglich. Er spricht sich dafür aus, weiterhin Masken in Innenräumen zu tragen. „Es ist meiner Meinung nach wichtig, diese moderaten Maßnahmen aufrechtzuerhalten, damit die Infektion nicht komplett außer Kontrolle gerät“, sagte Brenner unserer Redaktion.

Genau wie Lauterbach erwartet Brenner, dass die Zahlen in den kommenden Wochen wieder sinken werden, vor allem wenn es wärmer wird. Aber: „Aufgrund des momentan sehr hohen Niveaus bin ich sehr skeptisch, dass wir einen komplett sorgenfreien, das heißt infektionsfreien, Sommer erleben werden“, so Brenner.