CDU in der Region befragt Mitglieder über Merkel-Nachfolge

Politik : CDU in der Region befragt Mitglieder über Merkel-Nachfolge

Wer die Partei in Zukunft führen soll, entscheiden 1001 Delegierte im Dezember. Trotzdem lassen etliche Kreisverbände und ein Landesverband die Basis abstimmen. Warum eigentlich?

Gut zwei Wochen vor der Wahl eines Nachfolgers für die scheidende CDU-Vorsitzende Angela Merkel zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der ehemaligen saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz ab. Das ist zumindest das Zwischenergebnis mehrerer Mitgliederbefragungen, die von CDU-Kreisverbänden in der Region Trier initiiert worden sind. Deren Ergebnisse sind rechtlich allerdings nicht von Belang, da der oder die Merkel-Nachfolger(in) auf dem Hamburger Parteitag am übernächsten Wochenende von 1001 Delegierten gewählt wird. 89 Delegierte kommen aus Rheinland-Pfalz, davon  13 aus der Region Trier. Für welchen Kandidaten die fünf Frauen und acht Männer abstimmen, ist ganz alleine ihre Sache. Und da die Abstimmung auf dem Hamburger Parteitag geheim ist, bekommt auch niemand mit, wer am Ende wen gewählt hat.

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„Unsere Mitglieder lechzen nach Beteiligung“

Und dennoch: Die in drei der fünf regionalen CDU-Kreisverbänden laufenden Befragungen sollen den Delegierten einen Eindruck vermitteln, wie die Stimmung an der Parteibasis ist. „Das Ergebnis gebe ich öffentlich bekannt“, sagt der Bitburg-Prümer Parteichef Michael Billen, „und ich gehe davon aus, dass sich unsere Delegierten daran anlehnen.“ Ähnlich äußern sich auch der Trier-Saarburger CDU-Vorsitzende Arnold Schmitt und sein Trierer Kollege Maximilian Monzel.

Die drei Kreisverbände in der Region Trier sind nicht die einzigen Parteigliederungen, die die Basis in die Entscheidung über die oder den neue(n) Vorsitzende(n) einbeziehen wollen. Auch die CDU im Kreis Altenkirchen hat ihre 1400 Mitglieder angeschrieben und um ihr Votum gebeten. Das Ergebnis werde den Delegierten als Empfehlung mit auf den Weg nach Hamburg gegeben, sagt der Kreisvorsitzende Michael Wäschenbach. Mit Sachsen-Anhalt hat inzwischen sogar ein CDU-Landesverband angekündigt, die Mitglieder im Vorfeld des Parteitags zu befragen. Dies hatten schon vor Wochen auch die beiden regionalen CDU-Landtagsabgeordneten Michael Billen und Bernhard Henter angeregt.

Die Beteiligung an den laufenden Mitgliederbefragungen ist ähnlich hoch wie bei den sogenannten Regionalkonferenzen, in denen sich die drei aussichtsreichsten Kandidaten für die Merkel-Nachfolge – Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn –  derzeit bundesweit den Mitgliedern vorstellen. In Idar-Oberstein war am Dienstagabend das zweite von insgesamt acht Bewerberforen.

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