Arbeitsmarkt: Wirtschaftsforscher und Bundesagentur sehen gute Aussichten für 2019

Prognose : Arbeitsmarkt: Gute Aussicht 2019

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit weiterem Rückgang der Arbeitslosigkeit

Trotz Unsicherheiten durch den Brexit und leicht gedämpften Aussichten der Wirtschaft rechnet der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, auch im neuen Jahr mit einem anhaltenden Boom am Arbeitsmarkt.  „Wir schauen weiter positiv in die Zukunft“, sagte Scheele der Deutschen Presseagentur. Er berief sich auf Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, der Forschungseinrichtung der Bundesagentur. Demnach wird die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr abermals um 120.000 sinken.

Im neuen Jahr würden besonders auch Menschen profitieren, die schon sehr lange arbeitslos seien, sagte Scheele. In dieser Gruppe bewegte sich trotz des Job-Booms der vergangenen Jahre am wenigsten. Da Langzeitarbeitslose oft einem regelmäßigen Rhythmus entwöhnt sind und zudem mit Krankheiten kämpfen, brauchen sie besondere Beratung, um im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Der Arbeitsagentur-Chef betonte, die Jobcenter seien inzwischen finanziell viel besser ausgestattet, um Langzeitarbeitslose individueller zu beraten und zu qualifizieren.

Die Arbeitslosenquote ist mit 4,8 Prozent bereits auf ein historisches Tief gesunken. Zuletzt führte die Bundesagentur nur noch 2,186 Millionen Menschen als erwerbslos. Im April 2018 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angekündigt, die Bundesregierung wolle bis 2025 Vollbeschäftigung erreichen. Von Vollbeschäftigung spricht man, wenn die Arbeitslosenquote zwischen zwei und drei Prozent liegt. Es muss immer eingerechnet werden, dass ein Teil der Erwerbstätigen kurzzeitig auf Jobsuche ist oder Zeit zwischen zwei Jobs überbrücken muss.

Führende Wirtschaftswissenschaftler bewerten die Lage am Arbeitsmarkt ähnlich positiv wie Scheele. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, stellte für das neue Jahr eine Beschäftigungsrekord in Aussicht. „Deutschland erlebt nach wie vor goldene Jahre“, sagte DIW-Chef Marcel Fratzscher dem „Tagesspiegel“. Er sagte eine weiter sinkende Arbeitslosenquote bei steigenden Löhnen vorher.

Für die Unternehmen dürfte sich der Wettbewerb um Fachkräfte derweil verschärfen. Das geplante Fachkräftezuwanderungsgesetz, das kurz vor Weihnachten vom Kabinett verabschiedet wurde und nun noch der Zustimmung des Bundestags bedarf, gilt nicht als Wunderwaffe gegen den Fachkräftemangel.

Während Unternehmen händeringend nach Arbeitnehmern suchen, flammt immer wieder die Debatte um das von den Grünen geforderte Grundeinkommen auf. SPD-Chefin Andrea Nahles grenzte sich davon deutlich ab. Sie sagte: „Die SPD steht für ein Recht auf Arbeit - und nicht für bezahltes Nichtstun.

(qua)
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