| 09:20 Uhr

Der Westen muss mit einer Stimme sprechen

So gut mit dem Gegner abgestimmt läuft nur selten ein militärischer Schlag ab. Die drei Verbündeten USA, Großbritannien und Frankreich waren peinlich darauf bedacht, die Nebenschäden ihres Angriffs so gering wie möglich zu halten. Nach bisherigen Angaben kamen keine Menschen zu Schaden. Ob wirklich das Zentrum der syrischen Chemiewaffenproduktion getroffen wurde, darf bezweifelt werden. Martin Kessler

So gut mit dem Gegner abgestimmt läuft nur selten ein militärischer Schlag ab. Die drei Verbündeten USA, Großbritannien und Frankreich waren peinlich darauf bedacht, die Nebenschäden ihres Angriffs so gering wie möglich zu halten. Nach bisherigen Angaben kamen keine Menschen zu Schaden. Ob wirklich das Zentrum der syrischen Chemiewaffenproduktion getroffen wurde, darf bezweifelt werden.

Trotzdem war der Schlag richtig. Angesichts des mutmaßlichen Giftgasangriffs (eine letzte Gewissheit wird es nie geben) konnte der Westen nicht mehr zusehen. Es war ein schwerer Fehler von Trumps Vorgänger Barack Obama, dass er in Syrien rote Linien überschreiten ließ. Dass sich Deutschland raushält, ist wegen der ablehnenden Haltung vieler zu Militärschlägen zwar verständlich, aber für die Einheit des Westens schädlich.

Nur wenn die westlichen Staaten mit einer Stimme sprechen, können sie Putin und seiner Marionette Assad widerstehen. Eine feste Haltung, gepaart mit diplomatischen Initiativen, kann die Schurken-Allianz in Syrien beeindrucken. Das schließt als allerletztes Mittel auch Militäreinsätze ein. Für die Deutschen eine unbequeme Wahrheit.