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Gleichberechtigung
Mehr Macht für Frauen

 Bundeskanzlerin Angela Merkel (3.v.l, CDU) steht beim Festakt zu 100 Jahre Frauenwahlrecht im Deutschen Historischen Museum mit Rita Süssmuth (CDU, v.l.), frühere Bundestagspräsidentin, Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin, Sabine Bergmann-Pohl (CDU), ehemailge Bundesministerin, und Ursula Lehr (SPD), ehemalige Bundesministerin, zusammen
Bundeskanzlerin Angela Merkel (3.v.l, CDU) steht beim Festakt zu 100 Jahre Frauenwahlrecht im Deutschen Historischen Museum mit Rita Süssmuth (CDU, v.l.), frühere Bundestagspräsidentin, Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin, Sabine Bergmann-Pohl (CDU), ehemailge Bundesministerin, und Ursula Lehr (SPD), ehemalige Bundesministerin, zusammen FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka
Meinung Bei der Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland erstmals ihre Stimme abgeben. Seitdem ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen unaufhaltsam vorangeschritten. 100 Jahre später gibt es immer noch viel zu tun. Von Eva Quadbeck

Seitdem Frauen vor 100 Jahren erstmals das Wahlrecht ausüben konnten, sind unzählige Bastionen gefallen und Reformen in Gang gesetzt worden, die Frauen mehr Rechte, mehr Selbstbestimmung und mehr Teilhabe gaben. Dazu gehören: Die Gleichberechtigung im Grundgesetz, das Recht auch ohne Einwilligung des Ehemanns erwerbstätig zu sein, mehr Bildung für Mädchen, der Straftatbestand der Vergewaltigung in der Ehe, Kitaplätze und gezielte Frauenförderung in Behörden und Unternehmen.

Die Liste ist lang. Sie ist aber noch nicht am Ende. Heute haben die Mädchen die besseren Schulnoten, machen häufiger Abitur und Frauen können jeden Posten bekommen, auch wenn sie Kinder haben. Deutschland wird seit 13 Jahren von einer Kanzlerin regiert. Vier der sieben im Bundestag vertretenen Parteien werden von Frauen geführt. Super Bilanz.

Es läuft für die Frauen - aber nicht von alleine. Gleichen Lohn für gleiche Arbeit müssen Frauen vielfach noch einfordern. In den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schlüsselpositionen ist die weibliche Hälfte der Bevölkerung immer noch unterrepräsentiert. In den Vorständen der Unternehmen werden die Quotenvorgaben nur unter Mühen erfüllt. Im Bundestag ist noch nicht einmal jeder dritte Abgeordnete weiblich.

Es gibt also noch reichlich zu tun. Zum Glück ist die Gleichberechtigung so weit fortgeschritten, dass die Frauen selbst dafür sorgen können, sich ihren Anteil an Macht und Geld zu sichern. Sie müssen es auch wollen, es einfordern und sich nehmen.