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Datenskandal um Web-Giganten
Grünen-Chef Robert Habeck fordert Zerschlagung von Facebook

Robert Habeck, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen (Archivfoto).
Robert Habeck, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen (Archivfoto).
Exklusiv | Berlin. Die Grünen bringen als Konsequenz aus dem Datenskandal um Facebook eine Zerschlagung des weltgrößten Internet-Netzwerks ins Spiel. Darüber hinaus sollen Behörden zukünftig mehr Befugnisse zur Überwachung der Netzwerke erhalten.

"Da, wo kein Wettbewerb mehr besteht, gilt es einzugreifen", sagte Parteichef Robert Habeck der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. Wenige Digital-Konzerne konzentrierten derzeit wie Monopole fast die gesamte Marktmacht bei sich. "Wenn Daten der Rohstoff des 21. Jahrhunderts sind, dann müssen wir unser Kartellrecht entsprechend fortentwickeln."

Im digitalen Zeitalter müssten Markt- und Datenmacht zusammen gedacht werden. "Daher braucht es Möglichkeiten, Internet-Giganten zu entflechten." Datenschutzbehörden müssten zudem stärker ausgestattet und die Algorithmen offengelegt werden.

Facebook steht auch unter Druck von Werbekunden, Investoren und Nutzern, mehr Datenschutz und Transparenz zu gewährleisten. Die britische Firma Cambridge Analytica soll Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern auf mutmaßlich unlautere Art eingesetzt haben, um den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump zu unterstützen. Ähnliche Anschuldigungen gibt es auch rund um das Brexit-Votum in Großbritannien.

(mro)