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Kommentar zum Zuckerkonsum

Es ist erfreulich: Auch in den Regalen der Supermärkte liegen immer mehr Produkte mit einer transparenten Kennzeichnung für den Umgang mit Nutztieren. Ermöglicht hat das nicht die Bundesregierung durch mutiges Voranschreiten – geregelt haben das die Verbraucher durch ihr Verhalten. Von Kristina Dunz

Die großen Ketten reagieren auf das Verlangen vieler Bürger, sich gesünder zu ernähren und bewusster mit Schlachttieren umzugehen. Das viel teurere Hähnchenbrustfilet mit dem Siegel für eine bessere Haltung wird nun auch in Discountern angeboten – eben weil es gekauft wird.

Die Politik hinkt hinterher. Eigentlich hatte schon der Vorgänger von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU), der CSU-Politiker Christian Schmidt ein staatliches Tierwohllabel einführen wollen. Geschehen ist nicht viel. Klöckner peilt nun das Jahr 2020 an. Der Handel, die Konsumenten sind da schon weiter. Klöckner könnte viel fordernder vorangehen. Vielen Menschen geht es so gut in Deutschland, dass sie besseres Essen bezahlen können – und wollen.

Was fehlt ist eine leicht verständliche Aufklärung über die Inhaltsstoffe von Lebensmittelprodukten. In einer beschleunigten Welt darf das nicht auch noch das Einkaufen zum Stress werden, weil man den Anteil von Fett und Zucker nicht gleich entdeckt, sondern sich erst einmal in das Etikett einlesen muss. Forderungen nach einer Zuckersteuer könnten sich erledigen, wenn auch hier die Verbraucher den Markt regeln würden. Manch einer fällt vom Glauben, wenn er schwarz auf weiß liest, wieviel Kalorien Nahrungsmitteln haben, die erst einmal unverdächtig klingen. Krautsalat und Erbsen zum Beispiel. Was ist da einfacher als eine Ampel? Bei Rot hält man an – oder inne. Ganz einfach.