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Mehr Ärzte aufs Land

Das Problem einer schlechter werdenden ärztlichen Versorgung auf dem Land ist seit Jahren bekannt. Die Situation wird sich noch weiter zuspitzen, da in den kommenden Jahren besonders viele ältere Ärzte in den Ruhestand gehen, von denen längst nicht alle Nachfolger für ihre Praxen finden werden. Zu lange ist zu wenig gegen diesen Trend geschehen. Eva Quadbeck

Finanzielle Anreize sind ein bewährtes Hausmittel, das bislang im Gesundheitssystem immer gewirkt hat. Dafür könnten die Kassenärztlichen Vereinigungen intern umverteilen - von den Facharztpraxen in bester Innenstadtlage hin zu den Haus- und den Fachärzten auf dem Land. Zudem sollte das Bild vom immer im Dienst befindlichen Hausarzt entstaubt werden. Die jüngeren Ärzte und insbesondere die Ärztinnen setzen heute mehr auf Kooperation und ordentliche Absprachen für Praxisvertretungen. Viele wünschen Teilzeit-Regelungen und gute Schulen für ihre Kinder in der Nähe. All dies müssen Bund, Länder, Kommunen und Ärzteschaft möglich machen. Eine gute hausärztliche Versorgung auf dem Land ist also mehr als die Frage von ausreichend ausgebildeten Medizinern. Sie muss Teil eines Gesamtkonzepts zur Stärkung ländlicher Räume sein.