Ist Boden bei Zemmer-Rodt nach Kampfjet-Absturz doch verseucht?

Kostenpflichtiger Inhalt: Militär : Neue Fragen nach Kampfjet-Absturz – Ist der Boden doch kontaminiert?

Ist der Boden bei Zemmer-Rodt mit Treibstoffrückständen verseucht? Die US-Airbase Spangdahlem behauptet, eine deutsche Behörde hätte Proben untersucht. Diese widerspricht.

Fast einen Monat nach dem Absturz eines US-Kampfjets der Airbase Spangdahlem nur wenige Hundert Meter von Zemmer-Rodt (Kreis Trier-Saarburg) entfernt steht noch immer nicht fest, ob der Boden in dem Waldgebiet, in dem die F 16 nach einem Übungsflug zerschellt ist, mit Treibstoffrückständen verseucht ist.

Entgegen der Darstellung der Airbase hat die für die Wasserwirtschaft zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz bislang noch keine Proben im Absturzgebiet genommen. Vor einer Woche hatte die Airbase mitgeteilt, dass die von der SGD Nord und vom Gesundheitsamt Trier getesteten Wasser- und Bodenproben negativ gewesen seien. „Erste Ergebnisse ergaben keine Anzeichen einer Kontamination“, hieß es in der Mitteilung.

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte die Behörde in Koblenz mit, dass sie bislang keine Proben an der Absturzstelle genommen und untersucht habe. Das geschehe erst, wenn die Kreisverwaltung Trier-Saarburg die SGD Nord damit beauftrage.

Seitens der Kreisverwaltung Trier-Saarburg hieß es, dass das Waldgebiet bisher noch militärisches Sperrgebiet gewesen und damit auch nicht zugänglich gewesen sei. „Wir sind als untere Wasser- und Bodenbehörde dran am Thema“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Zwar habe ein Geologenteam der Bundeswehr Proben entnommen und untersucht. „Die Ergebnisse liegen uns momentan noch nicht vor, sind uns aber zugesagt“, so die Sprecherin. Das Trinkwasser sei von den Stadtwerken Trier und den zuständigen Verbandsgemeinde-Werken Trier-Land untersucht worden. „Dabei haben sich keine Auffälligkeiten ergeben.“

Seit Donnerstag ist die Absturzstelle nach Auskunft eines Sprechers der Airbase vollständig geräumt. Alle Wrackteile des Kampfjets seien eingesammelt. Wie viele Teile es waren, teilte er nicht mit. Auch die Blackbox, auf der die Flugdaten gespeichert werden, sei gefunden worden. Die Unfallursache stehe noch nicht fest.

Das militärische Sperrgebiet und die Sperrung der an dem Waldgebiet vorbeilaufenden K 34 wurden aufgehoben. Die Bundeswehrsoldaten, die die das Gebiet seit Anfang Oktober gesichert hatten, zogen ab. „Mission accomplished!“, also Mission erfüllt, postete die Bundeswehr auf ihrer Facebook-Seite.

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