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Ermittlungen wegen Verdachts der Untreue
Kreismitarbeiter legt Geständnis ab

FOTO: Klaus Kimmling
Bitburg/Trier . 59-Jähriger sitzt wegen des Verdachts der Untreue in Untersuchungshaft.

Der wegen Veruntreuung in Verdacht geratene Mitarbeiter der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm sitzt seit gestern in Untersuchungshaft. Das hat die Trierer Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Der 59-Jährige, der nach Angaben von Oberstaatsanwalt Manfred Stemper seit 1988 in der Bitburger Behörde arbeitet, hat sich am Montag, nachdem der Fall öffentlich wurde, der Polizei gestellt und zugegeben, von 2005 bis Juni 2018 Gelder in Millionenhöhe veruntreut zu haben. Die Kreisverwaltung gibt den Schaden, den der Mitarbeiter des Jugendamts verursacht hat, mit 1,5 Millionen Euro an. Als Tatmotiv habe der Mann finanzielle Probleme angegeben, sagte Stemper.

Der zuletzt als Kreisinspektor tätige Beamte ist unter anderem für die Auszahlung von Geldern an Pflegefamilien zuständig. Nach ersten Ermittlungen soll der 59-Jährige aus bestehenden, aber bereits abgeschlossenen Vorgängen fiktive Fallakten angelegt haben und die Zahlungen an die angeblichen Pflegefamilien auf ein privates Konto von ihm geleitet haben. Das Guthaben darauf habe er vermutlich mit einer EC-Karte an verschiedenen Geldautomaten regelmäßig abgehoben, sagt Stemper. Derzeit geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass keine weiteren Personen an der Veruntreuung beteiligt gewesen sind. Allerdings betont Stemper: „Wir stehen noch ganz am Anfang der Ermittlungen.“ Die Auswertung der von dem Verdächtigen benutzten Computer und der von ihm bearbeiteten Unterlagen benötige noch einige Zeit.

Die Staatsanwaltschaft wurde am Freitagmorgen von der Kreisverwaltung über den Verdacht gegen den 59-Jährigen informiert. Am Abend zuvor erhielt der Landrat des Kreises, Joachim Streit, eine Information der Kreissparkasse Bitburg-Prüm. Bei einer Geldwäsche-Überprüfung waren den Kontrolleuren der Sparkasse Unregelmäßigkeiten und ungewöhnliche Bewegungen auf dem Konto des Jugendamtsmitarbeiters aufgefallen.