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Politik
Neue Funde, dickes Problem: Gift im Grundwasser der Region

Unsichtbare Gefahr: Die PFT-Belastung ist dem Heckengraben nicht anzusehen. Idyllisch schlängelt sich das Bächlein an Spangdahlem vorbei.
Unsichtbare Gefahr: Die PFT-Belastung ist dem Heckengraben nicht anzusehen. Idyllisch schlängelt sich das Bächlein an Spangdahlem vorbei. FOTO: TV / Christian Altmayer
Trier. Spangdahlem, Bitburg, Büchel – viele Flughäfen sind stark mit krebserregenden Stoffen belastet. Das bedeutet Kosten in Millionenhöhe und gesundheitliche Risiken.

Bitburg und Spangdahlem waren nur die Spitze des Eisbergs. Untersuchungen zeigen, dass nicht nur von den Flugplätzen der Südeifel krebserregende Stoffe in die Bäche, Böden und ins Grundwasser sickern, sondern auch von vielen anderen Flughäfen. Auch auf dem Hahn, in Büchel, an den Flugplätzen Sembach und Zweibrücken und der Air Base Ramstein wurden viel zu hohe Konzentrationen perfluorierter Tenside (PFT) gemessen. Chemikalien, die jahrzehntelang mit Löschschäumen in die Umwelt gelangten.

Zur Gesundheitsgefahr werden sie, wenn sie sich im Trinkwasser anreichern. In der Region waren die PFT-Konzentrationen in Brunnen und Quellen bisher unbedenklich. Bei Zweibrücken hingegen sind einige private Brunnen so belastet, dass das Wasser gefiltert werden muss.

Noch ist man meilenweit davon entfernt, die Schäden zu beheben. Um Druck zu machen, hat die Landeswasserbehörde SGD Nord im Mai eine Anordnung erlassen, in der sie die Grundstückseigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), auffordert, alles vorzubereiten, damit in Spangdahlem 2019 mit der Sanierung begonnen werden kann. Offiziell zuständig ist allerdings das US-Militär. Passiert ist seitdem nichts. Die Bima legte nämlich Widerspruch ein und prüft seitdem, ob die US-Streitkräfte völkerrechtlich verpflichtet sind, der Anordnung zu folgen.

„Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Bima sich endlich zu ihrer Verantwortung bei der Lösung des Problems bekennt“, teilt die SGD Nord auf Anfrage mit und droht mit rechtlichen Schritten, wenn sie nicht bald eine Begründung für den Widerspruch erhält.

Wie teuer es wird, die Altlasten zu sanieren, weiß noch niemand. Viele Millionen Euro dürfte es kosten, belastete Flächen zu versiegeln, Böden auszutauschen oder Abwassersysteme zu erneuern.

Auch die Untersuchungen ziehen sich hin. Wie Bitburg und Spangdahlem zeigen, vergehen Jahre, ehe es genügend Bohrungen, Bodenproben, Grund- und Abwasseranalysen gegeben hat, um festzustellen, wo die Schadstoffe herkommen und wie sie sich verbreiten. Wie lange die Untersuchungen noch dauern, kann die SGD Nord nicht sagen. Knapp 265 000 Euro hat die Behörde bisher für die Gefahrenerforschung ausgegeben.

Am konkretesten scheinen die Sanierungs-Pläne am Fliegerhorst Büchel zu sein. Dort soll das belastete Erdreich abgedichtet werden, wenn die Start- und Landebahn umgebaut wird, sodass die Schadstoffe bleiben, wo sie sind.