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Geberkonferenzen in Kuwait
Aufbau des Irak soll 88 Milliarden Dollar kosten

Das Logo der Wiederaufbau-Konferenz für den Irak in Kuwait.
Das Logo der Wiederaufbau-Konferenz für den Irak in Kuwait. FOTO: afp, YASSER Al-ZAYYAT
In Kuwait hat eine Reihe von Geberkonferenzen zum Wiederaufbau des Iraks nach der weitgehenden Vertreibung der Terrormiliz Islamischer Staat begonnen. Internationale Organisationen und Vertreter zahlreicher Staaten beraten dazu seit Montag eine Woche lang in der Hauptstadt des Emirats.

Nach Behördenangaben werden für den Wiederaufbau 88 Milliarden Dollar (72 Milliarden Euro) benötigt. Alleine der Wiederaufbau von Wohngebäuden wird nach irakischen Schätzungen 17 Milliarden Dollar kosten, der größte einzelne Posten bei der Kalkulation. Zu den am schwersten zerstörten Gebieten des Iraks zählt die zweitgrößte Stadt Mossul, die im Juni 2014 vom IS eingenommen wurde. Irakische Truppen eroberten sie mit Unterstützung schiitischer Milizen und einer US-geführten Koalition im Juli 2017 wieder zurück. Die Vereinten Nationen schätzen, dass alleine in Mossul 40.000 Wohnungen gebaut werden müssen.

Im Westen von Mossul sei die Infrastruktur völlig zerstört, sagte Nofal al-Akub, der Gouverneur der Provinz Ninive, in der die Stadt liegt. Seine Provinz benötige 42 Milliarden Dollar.

Im Krieg gegen den IS sind mehr als 5 Millionen Menschen vertrieben worden. Bislang sind nur die Hälfte in ihre irakischen Heimatstädte zurückgekehrt.

Spender sind offenbar müde

Beobachter konstatieren eine gewisse Spendenmüdigkeit bei internationalen Gebern angesichts der Tatsache, dass die Kriege im Irak und in Syrien die größte Massenmigration seit Ende des Zweiten Weltkriegs ausgelöst haben. Nach dem Sturz von Machthaber Saddam Hussein und der US-geführten Invasion 2003 flossen bereits Milliarden Dollar in das Land.

US-Präsident Donald Trump twitterte am Montag, dass es dumm gewesen sei, das sein Land sieben Billionen Dollar im Nahen Osten ausgegeben habe, und dass es nun Zeit sei, in die USA zu investieren. Die USA haben nicht vor, bei den Konferenzen in dieser Woche Spenden zuzusagen.

Nach der Invasion hatten die USA innerhalb von neun Jahren 60 Milliarden Dollar ausgegeben, um den Irak wieder aufzubauen. Etwa 25 Milliarden flossen an das irakische Militär, das während der Blitzoffensive des IS 2014 zerfiel. Prüfer der US-Regierung fanden viel Verschwendung und Korruption, was das Misstrauen von westlichen Politikern wie Trump nährte, die Hilfszahlungen für das Ausland verringern möchten.

(felt)