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Unterstützung fortführen
Maas will Jordanien stärken: Flüchtlingshilfe zugesagt

„In einer Region, die schwer gezeichnet ist von Terror, Gewalt und dem Ringen um Macht und Einfluss, kommt es umso mehr an auf die, die sich verlässlich für konstruktive Lösungen einsetzen“, sagt Maas. Foto: Michael Kappeler
„In einer Region, die schwer gezeichnet ist von Terror, Gewalt und dem Ringen um Macht und Einfluss, kommt es umso mehr an auf die, die sich verlässlich für konstruktive Lösungen einsetzen“, sagt Maas. Foto: Michael Kappeler FOTO: Michael Kappeler
Amman ) - Außenminister Heiko Maas will Jordanien als Stabilitätsanker im Nahen Osten stärken. Er sagte dem Land weitere Hilfe für die Versorgung Hunderttausender Flüchtlingen zu. dpa

Zum Auftakt einer zweitägigen Reise in das Königreich nannte der SPD-Politiker Jordanien eine „Stimme der Vernunft“ im Nahen und Mittleren Osten. „In einer Region, die schwer gezeichnet ist von Terror, Gewalt und dem Ringen um Macht und Einfluss, kommt es umso mehr an auf die, die sich verlässlich für konstruktive Lösungen einsetzen“, sagte er.

Neben seinen politischen Gesprächen will Maas am Donnerstag in Al-Asrak das zweitgrößte Flüchtlingslager Jordaniens mit 37.000 Bewohnern besuchen. Insgesamt hat das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR 650.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien registriert, bei insgesamt nur knapp zehn Millionen Einwohnern. Die jordanischen Behörden gehen davon aus, dass sich 1,2 Millionen Syrer und 300.000 Iraker im Land aufhalten.

Maas nannte die jordanische Flüchtlingshilfe eine „gewaltige Leistung“. „Wir werden unsere Unterstützung als wichtiger Geber fortführen und uns weiter an der Seite Jordaniens engagieren“, sagte er.

Zu den wichtigsten Themen der Gespräche mit der jordanischen Führung wird der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern gehören, der sich in den letzten Tagen dramatisch zugespitzt hat. „Die gewaltsame Konfrontation, die dieser Tage an der Grenze Israels zum Gazastreifen aufgebrochen ist, gibt uns Anlass zu größter Sorge“, sagte Maas. Bei den schlimmsten Konfrontationen zwischen israelischer Armee und Palästinensern im Gazastreifen seit 2014 waren am Freitag mindestens 18 Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen worden.

Maas begrüßte allerdings die grundsätzliche Anerkennung des Existenzrechts Israels durch das saudische Königshaus. Dies sei eine „positive Entwicklung“, sagte er. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hatte dem israelischen Volk überraschend das Recht auf einen eigenen Staat zugebilligt. Er sagte dem US-Magazin „The Atlantic“: „Ich glaube, dass Palästinenser und Israelis das Recht auf ihr eigenes Land haben.“