| 12:20 Uhr

Nach Erklärung des Präsidenten
Wieder auf der Straße: Lage in Algerien beruhigt sich nicht

 Ein Algerier schwenkt eine Nationalflagge, während Menschen feiern, nachdem Präsident Bouteflika angekündigt hat, dass er auf eine weitere Kandidatur verzichtet. Foto: Toufik Doudou/AP
Ein Algerier schwenkt eine Nationalflagge, während Menschen feiern, nachdem Präsident Bouteflika angekündigt hat, dass er auf eine weitere Kandidatur verzichtet. Foto: Toufik Doudou/AP
Algier. Nach der Ankündigung von Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika, auf eine fünfte Amtszeit zu verzichten, sind erneut zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen. Autofahrer veranstalteten Hupkonzerte, Demonstranten schwenkten algerische Nationalflaggen. dpa

In die Euphorie mischten sich aber auch kritische Töne. Oppositionspolitiker und Aktivisten warnten vor übertriebener Freude und kritisieren, dass Bouteflika per Dekret seine Amtszeit auf unbestimmte Zeit verlängert habe.

Am Montagabend hatte Bouteflika überraschend angekündigt, auf eine weitere Amtszeit zu verzichten. Die für den 18. April geplante Präsidentschaftswahl werde verschoben, hieß es in einer Erklärung des Präsidenten. Die Ankündigung, erneut zur Wahl antreten zu wollen, hatte zu den größten Massenprotesten in Algerien seit mehr als 20 Jahren geführt.

Noch am Abend hatte Bouteflika per Dekret das Wahlkomitee von dessen Aufgaben entbunden. Eine nationale Konferenz solle mögliche Reformen beraten, eine neue Verfassung ausarbeiten und einen Termin für die nächste Präsidentschaftswahl festlegen.

Zudem reichte Premierminister Ahmed Ouyahia seinen Rücktritt ein. Der bisherige Innenminister Noureddine Bedoui wurde vom Präsidenten als neuer Premierminister eingesetzt und mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.

In den vergangenen drei Wochen hatte es heftige Proteste gegen Bouteflika gegeben, nachdem er angekündigt hatte, für eine fünfte Amtszeit kandidieren zu wollen. Bouteflika war erst am Sonntag von einem längeren Krankenhausaufenthalt in der Schweiz nach Algerien zurückgekehrt. Der 82-Jährige ist gesundheitlich angeschlagen und sitzt seit einem Schlaganfall im Jahr 2013 im Rollstuhl. Er trat zuletzt kaum noch in der Öffentlichkeit auf.

 Rauch steigt aus dem Kraftwerk La Ciudadela in Caracas. Venezuela erlebt seit Tagen einen massiven Stromausfall. Foto: Rafael Hernandez
Rauch steigt aus dem Kraftwerk La Ciudadela in Caracas. Venezuela erlebt seit Tagen einen massiven Stromausfall. Foto: Rafael Hernandez FOTO: Rafael Hernandez
 Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika sitzt seit einem Schlaganfall 2013 im Rollstuhl und hat große Probleme zu sprechen. Foto: Mohamed Messara/EPA
Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika sitzt seit einem Schlaganfall 2013 im Rollstuhl und hat große Probleme zu sprechen. Foto: Mohamed Messara/EPA FOTO: Mohamed Messara
 Vor allem junge Algerier sperrten sich gegen eine Wiederwahl des alten und schwer kranken Präsidenten. Foto: Anis Belghoul/AP
Vor allem junge Algerier sperrten sich gegen eine Wiederwahl des alten und schwer kranken Präsidenten. Foto: Anis Belghoul/AP FOTO: Anis Belghoul
 Die Proteste gegen Bouteflika hatten immer mehr enttäuschte und wütende Algerier auf die Straße getrieben. Foto: Fateh Guidoum/AP
Die Proteste gegen Bouteflika hatten immer mehr enttäuschte und wütende Algerier auf die Straße getrieben. Foto: Fateh Guidoum/AP FOTO: Fateh Guidoum
 Wochenlang hatte es Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten bei Anti-Regierungs-Protesten gegeben. Foto: Farouk Batiche
Wochenlang hatte es Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten bei Anti-Regierungs-Protesten gegeben. Foto: Farouk Batiche FOTO: Farouk Batiche