TV-Leser melden Engpässe: Zu wenig Sprit: Einige Zapfsäulen in der Region bleiben trocken

TV-Leser melden Engpässe : Zu wenig Sprit: Einige Zapfsäulen in der Region bleiben trocken

TV-Leser melden, dass es seit Tagen an verschiedenen Tankstellen zu Engpässen kommt. Der Landes-Verkehrsminister sieht die Schuld für die Probleme beim Bund.

Die Lage erinnert viele an die Situation während der Ölkrise 1973, als Tankstellen wegen ausbleibender Kraftstofflieferungen schließen mussten. Auch in diesen Tagen ist  einigen Tankstellen in der Region der Sprit ausgegangen, mal ist es nur der Diesel, mal das Benzin (der TV berichtete). Einige Tankstellen  müssen zeitweise schließen, weil die unterirdischen Tanks fast leer sind.

 Schuld daran sind dieses Mal nicht, wie vor 35 Jahren, Lieferstopps von ölproduzierenden Ländern, sondern das Niedrigwasser im Rhein – wegen der Trockenheit der vergangenen Monate. Weil die Tankschiffe, die Kraftstoff im Ölzentrum von Rotterdam laden, wegen der zu geringen Wassertiefe nicht mehr voll beladen fahren dürfen – zum Teil transportieren sie nur 20 Prozent der sonst üblichen Menge – fehlt es an Spritnachschub. Die Tanklager entlang des Rheins sind so gut wie leer.

 Der Kraftstoff für die Tankstellen muss daher per LKW aus weiter entfernten Lagern transportiert werden. Auch wenn es vereinzelt regnet, reicht das noch nicht aus, um den Rhein ausreichend ansteigen zu lassen.

TV-Leser haben auf unserer Facebook-Seite mehrere Tankstellen in der Region genannt, bei denen in den vergangenen Tagen zeitweise Sprit ausgegangen war. Stichprobenartige Nachfragen unserer Zeitung bestätigen das. Eine Mitarbeiterin einer Tankstelle in Schweich berichtete, dass sie am Wochenende habe schließen müssen, weil der Sprit ausgegangen war. Gestern lief der Betrieb wieder normal, alle Kraftstoffsorten seien wieder verfügbar. Zwei Tankstellen in Trier meldeten am Montag, dass der Diesel ausgegangen sei. Shell hat seinen Tankstellen angekündigt, dass es in den nächsten Tagen weiter zu Engpässen kommen kann.

 Auch Total meldet auf Anfrage „vorübergehende Lieferengpässe“. Dies könne „zu Verzögerungen bei der Belieferung einzelner Tankstellen führen und im Extremfall dazu, dass an einzelnen Tankstellen zeitweise die eine oder andere Kraftstoffsorte nicht verfügbar ist“, erklärt eine Sprecherin des Mineralölkonzerns Total, fügt aber hinzu: „Insgesamt ist ausreichend Kraftstoff vorhanden, um den Bedarf zu decken.“

 Von Aral heißt es, man könne derzeit die Tankstellen in der Region beliefern. „Wie es in Zukunft sein wird, kann man aber nicht sagen“, so ein Sprecher von Aral. „Wir empfehlen jedem, trotz der derzeit hohen Preise, rechtzeitig zu tanken und die Reservelampe des Autos nicht übermäßig zu strapazieren“, sagt Jutta Biewen, die in Saarburg eine Tankstelle betreibt.

Um künftig Spritknappheit wegen Niedrigwasser des Rheins zu vermeiden, fordert der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) vom Bund, die stellenweise nicht ausreichend tiefe Fahrrinne des Rheins, der als Bundeswasserstraße gilt, zu vertiefen. Der Bund müsse dafür sorgen, dass der Rhein als Transportweg leistungsfähig bleibe.

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