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Präsidentschaftswechsel in den USA: Tag des Machtwechsels mit vielen Fragezeichen

USA : Tag des Machtwechsels mit vielen Fragezeichen

Tschüss, Trump: Heute wird Joe Biden unter großen Sicherheitsvorkehrungen als US-Präsident vereidigt – was regionale Prominente von seinem Vorgänger Donald Trump halten.

(sey/Mos/AF) Die Sicherheitsvorkehrungen sind gewaltig, Szenen wie beim Sturm aufs Kapitol sollen sich in Washington heute auf keinen Fall wiederholen – am Tag des Machtwechsels von Donald Trump zu Joe Biden. Vor der Amtseinführung des designierten Präsidenten geht in der US-Hauptstadt nicht nur die Sorge vor weiterer Gewalt durch aufgebrachte Trump-Fans um. Ein Sprecher des US-Heeres erklärte der dpa, die Army arbeite mit der Bundespolizei FBI bei der Überprüfung aller Soldaten zusammen, die im Rahmen der Amtseinführung im Einsatz seien. Hintergrund ist die Möglichkeit eines Angriffs auf die Amtseinführung aus den eigenen Reihen. Die Polizei wird von bis zu 25 000 Mitgliedern der Nationalgarde unterstützt. So halten sich die Veranstalter aus Sicherheitsgründen auch über genaue Uhrzeiten bedeckt.

Zumindest der grobe Ablauf der Veranstaltung, die üblicherweise Menschenmassen ins Zentrum von Washington lockt, ist bekannt – aber diesmal allein schon wegen der Corona-Gefahr viel kleiner ausgefallen wäre. Das offizielle Programm beginnt um 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr MEZ) mit einem Livestream. Eine Uhrzeit für die Vereidigung und die Ansprache von Joe Biden wurde bisher nicht genannt, sie wird zwischen 11.30 und 12.30 Ortszeit (17.30 bis 18.30 MEZ) erwartet. Für Mittwochabend ist eine im Fernsehen und online übertragene Show angekündigt. Moderiert wird sie von Schauspieler Tom Hanks, auftreten sollen Stars wie Justin Timberlake und Jon Bon Jovi.

Damit ist die Ära von Donald Trump als US-Präsident zumindest für die nächsten Jahre beendet. Der TV hat Prominente aus der Region gefragt, wie sie Trumps Amtszeit in Erinnerung behalten werden – und das Fazit fällt größtenteils vernichtend aus: Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) werde sich an Trump erinnern, „weil ich ein solches Ausmaß an Hass und Hetze bis hin zur Aufwiegelung von einem demokratisch gewählten amerikanischen Präsidenten nie für möglich gehalten hätte“, sagte sie dem TV. Für Marco van den Berg, Trainer des Basketball-Zweitligisten Gladiators Trier, ist der scheidende amerikanische Präsident „die Verkörperung des Absturzes unserer Zivilisation: gewalttätig, narzisstisch, zerstörerisch kapitalistisch, ohne Respekt für Leben, Tradition, ohne Anstand“.

Triers Theater-Intendant Manfred Langner sagte, er werde sich an  Trump erinnern, weil er gezeigt habe, „wie leicht strunzdumme, aber aufgeblasene, respektlose und bis ins Mark verlogene Populisten ihre Wähler in die Irre und in die Katastrophe führen“. Am Donnerstagabend, einen Tag nach der offiziellen Amtseinführung, widmen sich die Politikwissenschaftler der Universität Trier ab 18 Uhr in einer digitalen Podiumsdiskussion aktuellen Fragen zur USA.

Wie steht es um die Demokratie der Vereinigten Staaten? Womit ist in der Außenpolitik zu rechnen – zum Beispiel in den Beziehungen zur EU? Wie ist das Verhältnis der beiden großen US-Parteien nach einem harten Wahlkampf und dem Sturm aufs Kapitol? Es diskutieren Prof. Dr. Claudia Ritzi, Prof. Dr. Uwe Jun, Prof. Dr. Manuel Fröhlich, Prof. Dr. Joachim Schild und Prof. Dr. Sebastian Heilmann. Infos und Anmeldung unter der Rubrik „Aktuelles“ auf www.politik.uni-trier.de