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AfD-Fraktion nennt neue Details zum Rauswurf von Jens Ahnemüller

FOTO: dpa / Arne Dedert
Bislang hieß es von der rheinland-pfälzischen AfD-Fraktion bloß, der Konzer habe Kontakte zu Rechtsextremen gehabt. Am Sonntagabend wurden die Angaben auf TV-Anfrage konkreter. Von Florian Schlecht und Rolf Seydewitz
Florian Schlecht

Die rheinland-pfälzische AfD-Fraktion hat den Konzer Jens Ahnemüller rausgeworfen, weil er Kontakte zum einstigen NPD-Vize-Landeschef Sascha Wagner unterhalten soll. Die AfD bestätigte am Sonntag entsprechende TV-Informationen und nannte neue Details.

Danach wirft sie dem Konzer vor, bei einer Veranstaltung des bekannten Rechtsextremen in Kaiserslautern aufgetreten zu sein, was im Juni zur ersten Abmahnung führte. Ahnemüller soll die Kontakte danach ausgebaut haben. Im Trierer Wahlkreisbüro soll es zu einem Treffen mit Wagner gekommen sein – Ahnemüllers AfD-Büropartner Michael Frisch habe davon nichts gewusst. Bei einer Demo in Hermeskeil habe Wagner dem Konzer bei Aufbau und Organisation geholfen. Ahnemüller habe Kontakte stets bestritten und das Vertrauen gestört, sagt AfD-Fraktionssprecher Fabian Schütz. Er nennt den Rauswurf „unausweichlich“. Der Konzer sei mehrfach aufgefordert worden, die Kontakte zu unterbinden.

Ahnemüller bestreitet Kontakt ins rechtsextreme Lager und zu Sascha Wagner: In Kaiserslautern habe er überparteilich zum Diesel gesprochen. In Trier habe Wagner bloß seine Tasche abgeholt, die dem AfD-Büro abgegeben worden sei. Den Grund dafür kennt Ahnemüller nach eigenen Angaben nicht. Er gehe von einer „Inszenierung“ aus. „Falsch“ nennt es der 56-Jährige, dass Wagner in Hermeskeil geholfen habe. Dem TV bekräftigt er, AfD-Kreischef von Trier-Saarburg und fraktionsloser Landtagsabgeordneter bleiben zu wollen. Die AfD schließt eine Rückkehr in die Fraktion aus. Ahnemüller habe „Uneinsichtigkeit in sein Fehlverhalten“ bestätigt und „jede Überlegung in Richtung Wiederaufnahme in die Fraktion unmöglich gemacht“.

Mehrere AfD-Politiker haben sich dagegen hinter den Konzer Abgeordneten Jens Ahnemüller gestellt. In einem im Internet veröffentlichten Schreiben werden die übrigen Fraktionsmitglieder und ihr Vorsitzender Uwe Junge scharf kritisiert und aufgefordert, Ahnemüller wieder aufzunehmen und „gemeinsam für unsere ehrenvolle Sache“ zu kämpfen. Mit ihrem feigen Verhalten schädige die Fraktion die Partei nachhaltig und gebe all denjenigen Menschen eine Ohrfeige, die die AfD wegen ihrer patriotischen Ausrichtung und dem Mut zur Wahrheit gewählt hätten, heißt es in dem Schreiben. Zu den Unterzeichnern zählen neben dem Vizechef des AfD-Kreisverbands Bernkastel-Wittlich, Maximilian Meurer, mehrere Parlamentarier und regionale Parteimitglieder.