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Bitburger Aids-Priester Hippler darf für immer in Südafrika bleiben

Bischof Stephan Ackermann (Mitte) besuchte 2013 Südafrika und ließ sich von Stefan Hippler (rechts) über die Arbeit der Hilfsorganisation Hope informierten. Foto: Bistum
Bischof Stephan Ackermann (Mitte) besuchte 2013 Südafrika und ließ sich von Stefan Hippler (rechts) über die Arbeit der Hilfsorganisation Hope informierten. Foto: Bistum
Trier. Der aus Bitburg stammende Aids-Priester Stefan Hippler (54) darf weiter in Südafrika bleiben und sich dort um seine Hilfsprojekte kümmern. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann gab grünes Licht für eine Vertragsverlängerung - dieses Mal sogar unbefristet. Rolf Seydewitz

Trier. Der Gründer des weltweit beachteten südafrikanischen Hilfs- und Betreuungsprojekts Hope (Hoffnung), Stefan Hippler, bleibt am Kap. Das Bistum Trier verlängerte den Vertrag mit Hippler auf unbestimmte Zeit. Das sagte Sprecherin Judith Rupp auf Anfrage unserer Zeitung. Zuvor hatte der wegen seiner teils kirchenkritischen Äußerungen nicht unumstrittene Hippler einen auf fünf Jahre befristeten Vertrag.
Anfang vergangenen Jahres war Triers Bischof Stephan Ackermann selbst in Südafrika, um sich über die Arbeit des gebürtigen Bitburgs zu informieren. "Alle Achtung, was Stefan Hippler da unten macht", zeigte sich Ackermann nach der Reise angetan vom karitativen Engagement seines Priesters. "Es ist mir nicht schwergefallen, Hippler weiter für die Aids-Bekämpfung und seine Mitarbeit im Erzbistum Kapstadt freizustellen", sagte der Trierer Bischof am Freitag unserer Zeitung.
Stefan Hippler lebt bereits seit 17 Jahren in Südafrika, engagiert sich dort für mehrere Aids-Projekte, die auch teils von ihm gegründet worden sind. Die Hilfsorganisation Hope kümmert sich um Aids-Prävention, betreut Kranke in den Elendsvierteln und bildet Fachpersonal aus, das dann HIV-Positive bei der Medikamenteneinnahme unterstützt oder den Betroffenen erklärt, wie sie sich richtig ernähren.
Mit seiner Forderung, der Papst solle den Gebrauch von Kondomen endlich zulassen, zog sich Stefan Hippler vor sechs Jahren den Zorn der Deutschen Bischofskonferenz zu. Sein auslaufender Südafrika-Vertrag wurde vom Auslandssekretariat der Bischofskonferenz nicht verlängert, eine geplante Lesereise seines Buchs ("Gott, Aids, Afrika") musste er auf Druck der Bischofskonferenz absagen.
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann gab dem in Ungnade gefallenen Hippler 2009 eine neue Chance. Für den damals neuen Bischof ein nicht ganz risikofreies Unterfangen, eilte doch Stefan Hippler der Ruf voraus, sich nur ungern Vorgaben von oben zu beugen.
Doch Hippler enttäuscht seinen Trierer Chef Stephan Ackermann nicht, der sich seinerseits durch die Hippler-Entscheidung gleich einen Namen machte und Profil gewann.
Der Eifeler Aids-Priester kommentierte seine Vertragsverlängerung mit Erleichterung. "Mit Einverständnis des Erzbischofs von Kapstadt und des Bischofs von Trier darf ich meine Arbeit hier fortsetzen. Dafür bin ich dankbar", sagte Hippler unserer Zeitung.