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Landtag
„Bitte, bitte, wählen Sie Herrn Baldauf!“ SPD wünscht sich neuen CDU-Fraktionschef im Land

 21.02.2018, Rheinland-Pfalz, Mainz: Christian Baldauf, stellvertretender Landesvorsitzender der CDU in Rheinland-Pfalz, lacht während der Sitzung des rheinland-pfälzischen Landtags. Foto: Andreas Arnold/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
21.02.2018, Rheinland-Pfalz, Mainz: Christian Baldauf, stellvertretender Landesvorsitzender der CDU in Rheinland-Pfalz, lacht während der Sitzung des rheinland-pfälzischen Landtags. Foto: Andreas Arnold/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz. Wurst, Wein und ein Wunsch: Warum die SPD der CDU zu dem Pfälzer rät.
Florian Schlecht

Sollte die rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner als Ministerin nach Berlin wechseln, könnte die große Stunde von Christian Baldauf schlagen. Dürfte der Pfälzer die Fraktion dann anführen, weiß der 50-Jährige spätestens seit Mittwoch, was die Stunde im Landtag schlägt. Dort erntet Baldauf bereits Gegenwind. Das führt so weit, dass SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer die CDU-Reihen förmlich nötigt: „Bitte, bitte, wählen Sie Herrn Baldauf zum neuen Fraktionschef.“ Später sagt Schweitzer dem TV augenzwinkernd: „Ich könnte mit Herrn Baldauf in der Rolle gut leben.“

Was ist passiert? SPD, FDP und Grüne lassen den im Falle eines Klöckner-Wechsels gehandelten Nachfolger auflaufen, weil ihnen die von der CDU aufgerufene Debatte zu offen gehalten ist. Der Titel „Massive Kritik an der Personal- und Sachpolitik der Landesregierung“ endet im Wirrwarr: Baldauf kritisiert fehlende Stellen in Gefängnissen und das Rechtsverständnis der vom höchsten Richter im Land gescholtenen Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne). Die Redner, die folgen, sprechen über Straßen, Lehrer, Kitas. AfD-Chef Uwe Junge davon, dass „ein Hund lieber einen Wurstvorrat anlegt als die Sozen einen Geldvorrat“. Oh, und um Wein geht’s auch noch. Viele Themen, keine Tiefe. „Ich hoffe, dass die Nachfolge in der CDU bald geklärt ist, damit wir nicht dauernd die Bewerbungsreden von Herrn Baldauf im Landtag hören“, sagt Schweitzer. Bernhard Braun (Grüne) fragt den CDU-Mann mit Blick auf die AfD ob er „nur noch die Kaspereien mitmacht, die die Kasper auf der anderen Seite machen“. Baldauf wiederum stört das fehlende Eingehen auf seine Kritik. Das rot-gelb-grüne Empfangskomittee hat ihn lieber begrüßt, obwohl ein Klöckner-Wechsel nicht klar ist. Der Vulkaneifeler Marco Weber (FDP) nimmt trotzdem schon mal Abschied: „Ich wünsche Ihnen alles Gute, Frau Klöckner.“