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Böhr oder Rauen: Wen will die Basis?

Qual der Wahl: Die Mitglieder dürfen entscheiden, ob Christoph Böhr oder Peter Rauen die CDU als Spitzenkandidat in den nächsten Landtagswahlkampf führt.Foto: Klaus Kimmling
Qual der Wahl: Die Mitglieder dürfen entscheiden, ob Christoph Böhr oder Peter Rauen die CDU als Spitzenkandidat in den nächsten Landtagswahlkampf führt.Foto: Klaus Kimmling
MAINZ. Endspurt für Christoph Böhr und Peter Rauen in der Mitgliederbefragung: Während die rheinland-pfälzischen CDU noch bis zum 6. November über ihren Spitzenkandidaten 2006 abstimmt, hat am Wochenende auch die baden-württembergische Union beschlossen, ihre Basis zur Nachfolge von Ministerpräsident Erwin Teufel zu hören. ARRAY(0x15d134a30)

Die CDU-Basisbefragung geht in die zweite Woche, und nicht nur in der Partei herrscht großes Rätselraten über die Wahlbeteiligung und das mögliche Ergebnis des Votums der 56 000 Unionsmitglieder. "Vor dem 6. November gibt es keine Zwischenstände in Sachen Wahlbeteiligung", wehrt Parteisprecher Thomas Bippes alle Anfragen ab. Spätestens am kommenden Samstag müssen die Kuverts mit den fälschungssicheren Wahlzetteln im Postfach eines Mainzer Notars liegen. Dort werden die Wahlbriefe auch gesammelt und erst nach Ablauf der Frist zur Landesgeschäftsstelle transportiert. Die Auszählung durch den Wahlausschuss unter notarieller Aufsicht ist für kommenden Sonntag angesetzt. Mit dem Ergebnis ist am späten Nachmittag zu rechnen. Ein eindeutiges Votum wollen beide Kandidaten akzeptieren, so dass es vermutlich beim entscheidenden Parteitag am 12. November nicht zu einer Kampfabstimmung kommt. Über die fünf Regionalkonferenzen erreichten Parteivorsitzender Böhr und sein Herausforderer, der Trierer Bezirkschef Rauen, insgesamt rund 4200 Mitglieder. Die Mobilisierung hat zwar die Erwartungen deutlich übertroffen, doch bleibt die große Frage, wie sich die restlichen 52 000 Inhaber eines CDU-Parteibuchs verhalten. Während sich die Kontrahenten bei den Versammlungen betont zurückhaltend gaben, sorgte die heftige Auseinandersetzung im Vorfeld dafür, dass viele Mitglieder ihrem Ärger über den Zustand der Partei Luft verschafften. Böhr hatte unmittelbar nach der Kommunalwahl seinen Hut in den Ring geworfen. Seine Kritiker trauen ihm jedoch angesichts fehlender Popularität nicht zu, erfolgreich gegen SPD-Ministerpräsident Kurt Beck anzutreten. Heftige Attacken kamen vor allem vom Vorsitzenden des CDU-Bezirks Koblenz-Montabaur, Joachim Hörster. Wenn die CDU mit Böhr in die Wahl ziehe, könne sie sich gleich die Wahlkampfkosten sparen, so Hörster. Da die drei Bezirksvorsitzenden jedoch nicht ihre Favoritin, Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Eva Lohse, als Kandidatin gewinnen konnten, trat Peter Rauen als Herausforderer an. Auch die baden-württembergische CDU will noch im November ihre mehr als 80 000 Mitglieder über die Nachfolge von Ministerpräsident Erwin Teufel bestimmen lassen. Auf Beschluss des Landesvorstands vom Wochenende sollen sich die beiden Kandidaten, Landtagsfraktionschef Günther Oettinger und Kultusministerin Annette Schavan, ähnlich dem CDU-Verfahren in Rheinland-Pfalz, auf sechs Regionalkonferenzen vorstellen. Die Basis wird dann bis zum 30. November befragt. Teufel hatte nach heftigem innerparteilichen Drängen seinen Rücktritt als Regierungs- und Landesparteichef zum April 2005 angekündigt. Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Schavan hält sogar eine Mitgliederbefragung zur nächsten Kanzlerkandidatur der Union für denkbar. "Grundsätzlich spricht nichts dagegen", sagte Schavan der "Bild am Sonntag". "Es ist gut, wenn wichtige Entscheidungen nicht in kleinen Zirkeln fallen." Sinnvoll sei eine Befragung jedoch nur, "wenn sich mehrere Kandidaten bewerben", schränkte die Ministerin ein. "Und danach sieht es bei der Kanzlerkandidatur nicht aus." Zum Duell Böhr gegen Rauen befragte der TV die CDU-Kreisvorsitzenden der Region, Bundestagsabgeordnete und Parteiprominenz.