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Erneute Panne in Atomkraftwerk Cattenom

 Wie gefährlich ist das französische Atomkraftwerk Cattenom? Zahlreiche Störfälle verunsichern die Menschen in der Region. TV-Archiv-Foto: Friedemann Vetter
Wie gefährlich ist das französische Atomkraftwerk Cattenom? Zahlreiche Störfälle verunsichern die Menschen in der Region. TV-Archiv-Foto: Friedemann Vetter
Cattenom. Im pannengeplagten französischen Atomkraftwerk Cattenom hat es erneut eine Störung gegeben. Nach einem technischen Problem am Trafo von Reaktorblock vier wurde dieser am Mittwoch abgeschaltet. Bernd Wientjes und Tageblatt.lu


Laut dem Betreiber des Kraftwerkes, dem französischen Energiekonzern EDF, hat kein Risiko für die nukleare Anlage bestanden. Der Vorsitzende der lothringischen Regionalregierung hat sich gegen eine Abschaltung des seit 1986 bestehenden Kraftwerks ausgesprochen. Er geht davon aus, dass Cattenom über die geplante Laufzeit von 40 Jahren noch weitere 20 Jahre am Netz bleiben wird.

Erst vor guten zehn Tagen, am 14. September, war der gleiche Block wegen einer defekten Messeinheit im Kernrektor abgeschaltet worden. Ende Juli waren im grenznahen französischen Atomkraftwerk Cattenom durch ein Leck 58.000 Liter Salzsäure in den Boden und in die Mosel gelaufen. Der Betreiber hatte ein Leck entdeckt und die Flüssigkeit zunächst aufgefangen. Danach sollte sie zu einem Kühlturm gepumpt werden, doch die Leitung waren defekt gewesen und die Salzsäure ausgelaufen.

Wegen der technischen Probleme mussten in den vergangenen Monaten mehrfach Reaktoren unplanmäßig abgeschaltet worden. Luxemburg, Rheinland-Pfalz und das Saarland fordern mittlerweile die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks, weil die Sicherheitstechnik nicht dem heutigen Stand entspricht. Doch das AKW soll bis 2045 weiterlaufen.

Cattenom soll trotz Pannenserie 20 Jahre länger am Netz bleiben