| 20:40 Uhr

"Ich ziehe keine rote Linie"

Warschau. Von Warschau aus droht Donald Trump mit Konsequenzen gegen Nordkorea. Zuvor stehen Gespräche mit Regierungschefs von Japan und Südkorea an.

Warschau (dpa) US-Präsident Donald Trump hat eine harte Reaktion auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas angekündigt. "Wir werden dem sehr entschieden begegnen", sagte Trump am Donnerstag bei seinem Besuch in Warschau. In der polnischen Hauptstadt begann Trump seine dreitägigen politischen Gespräche in Europa. Anschließend wurde er am Nachmittag zum G-20-Gipfel in Hamburg erwartet. Dort wollte er sich mit Japans Premierminister Shinzo Abe und Südkoreas Präsident Moon Jae-In über Nordkorea beraten. "Wir müssen öffentlich demonstrieren, dass ihr sehr schlechtes Verhalten zu Konsequenzen führen wird", sagte Trump.
Die Frage, ob er bereit sei, in Nordkorea militärisch einzugreifen, beantwortete Trump nicht. "Ich ziehe keine rote Linie", sagte er in Anspielung auf eine frühere Aussage seines Vorgängers Barack Obama zu Syrien. Jedoch gebe es eine Reihe sehr ernster Optionen. "Ich mag nicht darüber sprechen, was ich denke", sagte der US-Präsident.
Die USA sind auch wegen des Falles des US-Studenten Otto Warmbier verstimmt. Er war in Nordkorea inhaftiert und verurteilt worden. Später wurde er wegen einer schweren Erkrankung nach Hause entlassen und lag im Koma. Warmbier starb kurz nach seiner Rückkehr in die USA.

Nordkorea hat am Dienstag nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Interkontinental-Rakete getestet. Bereits in den Wochen und Monaten zuvor hatte es eine Reihe von Raketentests gegeben, die der Westen scharf verurteilte und als Verstoß gegen UN-Resolutionen ansieht.
Die USA haben derzeit kein Interesse an einer militärischen Eskalation in Nordkorea. Es herrscht die allgemeine Einschätzung, dass ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel zu einem großen Blutvergießen führen würde.
Zunächst geht es Washington um eine Verschärfung der bestehenden Sanktionen gegen Nordkorea. Russland und China sind skeptisch und setzen eher auf verstärkten Dialog.
Trump kritisiert China scharf für seine Nordkorea-Politik. Peking habe den Handel mit Pjöngjang zuletzt noch ausgedehnt. Nach Überzeugung des Weißen Hauses verfügt China über erhebliche wirtschaftliche Druckmittel, um Pjönjang zum Einlenken zu bewegen, nutzt diese aber nicht in ausreichendem Maße.