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Naturschutz
Klöckner befürwortet Abschuss von Wölfen

FOTO: Ingo Wagner / dpa
Mainz/Berlin. Naturschützer kritisieren CDU-Landeschefin und fordern eine „Willkommenskultur“.

CDU-Landeschefin Julia Klöckner will den Wölfen an den Kragen – und erntet dafür heftige Kritik von Naturschützern. „Wir wollen, dass Wölfe, die Weidezäune überwunden haben oder für den Menschen gefährlich werden, entnommen werden“, sagte die Politikerin unserer Zeitung und meinte damit, dass die Tiere abgeschossen werden sollen. Die Weidetierhaltung müsse aus ökologischen Gründen sowie zum Schutz der Artenvielfalt und Kulturlandschaft erhalten werden. Klöckner verteidigt damit Pläne von SPD und Union. Die hatten sich bei den Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, die Zahl der Wölfe zu reduzieren. „Im Umgang mit dem Wolf hat die Sicherheit der Menschen oberste Priorität“, sagte Klöckner. Die EU-Kommission soll aufgefordert werden, den Schutzstatus des Wolfs zu überprüfen, um „die notwendige Bestandsreduktion herbeiführen zu können“. Auch die Jäger sehen in dem Tier eine Gefahr. Wölfe müssten lernen, sich vom Menschen und seinen Nutztieren fernzuhalten. „Im Zweifelsfall auch durch den gezielten Abschuss“, sagt Jagdverbandspräsident Hartwig Fischer.

Das macht Harry Neumann wütend: „Der Wolf ist keine Gefahr für den Menschen“, sagt der Bundesvorsitzende der Naturschutzinitiative. Seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland vor gut 18 Jahren habe es keinen Fall gegeben, bei dem sich ein frei lebender Wolf aggressiv gegenüber Menschen gezeigt habe. „Frau Klöckner sollte sich besser dafür einsetzen, dass sich die Gesellschaft wieder an das Leben mit dem erneut einheimischen Wolf gewöhnt und ihn willkommen heißen.“ Die Rückkehr des Wolfes sei eine Bereicherung.

Experten schätzen, dass etwa 150 Wölfe in Deutschland leben. Laut Umweltministerium gibt es keine Hinweise, dass die Tiere in Rheinland-Pfalz ansässig sind.