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Kommentar
Klöckner-Wechsel schmerzt im Land, doch kann der CDU helfen

Mainz/Berlin. Nicht nur für die Landes-CDU wäre es ein herber Verlust, wenn Julia Klöckner nach Berlin geht. Die 45-Jährige verleiht dem rheinland-pfälzischen Landtag unbestritten Glanz, ist eine besessene Arbeiterin, hat ein Näschen für Themen und treibt auch politische Gegner mit ihren angriffslustigen Reden zu parlamentarischen Höchstleistungen.
Florian Schlecht

Die Landes-CDU spornte sie ständig an, nicht ewig im eigenen Saft zu schmoren. Trotzdem bleibt die Ära Klöckner mit dem Makel behaftet, zwei Wahlen verloren zu haben. Gerade 2016 trug sie zur Niederlage mit wankelmütiger Politik bei. Ihr Wechsel würde die Fraktion zum Neuanfang zwingen: Die CDU müsste junge Talente noch stärker in die Verantwortung nehmen, ohne sie zu verheizen. Daher spricht momentan alles für Christian Baldauf als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2021. Ein dritter Anlauf von Klöckner wäre absurd. Mit dem Wechsel setzt sie nun das Signal, in Berlin Karriere machen zu wollen. Bei einer erneuten Kandidatur im Land würde sie aber Gefahr laufen, ihre bundespolitische Karriere zu verspielen.

f.schlecht@volksfreund.de