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Bildung
Auf Krokodilstränen folgen Jubelstürme: Dorfschulen in der Region bleiben bestehen

Schüler, Eltern und Lehrer in Oberkail und Schöndorf dürfen durchatmen. Die vom Aus bedrohten kleinen Grundschulen müssen nicht schließen.
Florian Schlecht

Oberkail/Schöndorf/Mainz Auf dicke Krokodilstränen folgten laute Jubelstürme: Die vom Aus bedrohten Dorfschulen in der Region Trier bleiben bestehen. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier hat am Mittwoch mitgeteilt, dass die Grundschulen in Oberkail (Eifelkreis Bitburg-Prüm) und Schöndorf (Kreis Trier-Saarburg) nicht schließen. Noch im November hatte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) davon gesprochen, dass keine Ausnahmegründe vorliegen, die Schulen zu erhalten, weil sie zu klein sind. Nach erneuten Anhörungen von Eltern und Schulausschüssen änderte das Land seine Meinung: Oberkail konnte steigende Schülerzahlen ab 2020 nachweisen. Schöndorf profitiert davon, dass es einer Nachbarschule am nötigen Platz fehlt, alle Kinder aufzunehmen.

„Als der Schule das Ende drohte, haben die Kinder bitterlich geweint. Nun ist ihre Freude riesengroß“, sagte die Oberkailer Schulleiterin Sonja Vaupel. Stephanie Nickels, Bürgermeisterin der für Schöndorf zuständigen Verbandsgemeinde Ruwer, lobte den Einsatz von Eltern, Schülern und Lehrern, um die Schule zu retten.

Damit schließt das Land keine einzige Dorfschule in der Region. 41 kleine Schulen standen landesweit zur Prüfung. Dicht ist bislang nur die Zwergschule in Klotten. Die Zahl der übrigen vom Aus bedrohten Schulen ist von acht auf vier geschrumpft. Die CDU sieht darin das Eingeständnis der Landesregierung, „dass ihr eingeschlagener Weg von Beginn an falsch war“, sagt die bildungspolitische Sprecherin Anke Beilstein. Sie wirft dem Land „Konzeptlosigkeit“ vor.