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Mehr als schöne Blumenkästen

Der Rummel um ihren Heimatort scheint Melina und Marvin Schausten - hier vor der Messericher Kapelle - auf die Nerven zu gehen. Froh über ihr schönes Zuhause sind sie bestimmt trotzdem…Foto: Monika Kewes
Der Rummel um ihren Heimatort scheint Melina und Marvin Schausten - hier vor der Messericher Kapelle - auf die Nerven zu gehen. Froh über ihr schönes Zuhause sind sie bestimmt trotzdem…Foto: Monika Kewes
MAINZ. (win/red) Die Gemeinden Kanzem (Landkreis Trier-Saarburg) und Messerich (Bitburg-Prüm) werden mit zwei weiteren Orten Rheinland-Pfalz beim Bundesentscheid im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" vertreten.

Es war das Messen der Sieger: Die zwölf Bestplatzierten in den verschiedenen Klassen der Wettbewerbe aus den Jahren 2002 und 2003 stellten sich diese Woche der Beurteilung durch die Landeskommission, um die vier Teilnehmer für den Bundeswettbewerb zu küren. Den Sprung unter die besten vier, für die es keine Rangfolge gibt, schafften Kanzem, Messerich, Böbingen (Südliche Weinstraße) und Monreal (Mayen-Koblenz). Neben der Qualifikation als Vorzeige-Ort gibt es eine Geldprämie von 4000 Euro. Für Longuich (Trier-Saarburg) und weitere sechs Finalteilnehmer gibt es einen Geldpreis von je 1600 Euro.In Messerich läuten die Glocken

Durch die Neukonzeption des Landesfinales gab es in diesem Jahr erstmals keine Wettbewerbe auf Kreis-, Gebiets- und Landesebene. Stattdessen durften die Sieger-Gemeinden der beiden vergangenen Jahre um die Teilnahme am Bundeswettbewerb wetteifern. In den beiden kommenden Jahren wird es jeweils wieder Landesentscheide geben, während 2007 erneut eine Sieger-Runde für die Teilnahme am Bundeswettbewerb geplant ist. Nach Überzeugung von Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage (FDP) sorgt der neue Modus für zusätzliche Motivation und eine noch stärkere Würdigung der Leistungen der Gemeinden. Laut Bauckhage stehen bei dem Wettbewerb nicht mehr nur "schöne Blumenkästen" im Vordergrund. Es gehe in erster Linie um die gesamte Dorfentwicklung. So sollen vor allem Verbesserungen der Lebensbedingungen auf dem Land und Beiträge zur Entwicklung von Wohn- und Freizeiträumen gewürdigt werden. Soziales und kulturelles Leben fließen in die Bewertung ebenso ein wie wirtschaftliche Entwicklung und Bau- oder Dorfgestaltung. In Messerich herrschte große Freude, nachdem das Ergebnis gestern Nachmittag bekannt gegeben worden war. Während Bürgermeister Walter Berger noch in Mainz weilte, läuteten in dem Eifelort die Kirchenglocken als Zeichen der Freude. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die gute Nachricht. "Die Freude ist hier riesengroß", sagt Gerd Zillien, 2. Beigeordneter der Gemeinde und lobte: "Das ist der Verdienst der ganzen Dorfgemeinschaft." Auch die Kanzemer jubelten. In den gastronomischen Betrieben wurde gefeiert. Berthold Karges vom Gasthaus "Zur Alten Fähre" sagte: "Als gebürtiger Kanzemer bin ich natürlich stolz über das Ergebnis. Und für gastronomische Betriebe ist so etwas immer gut. Das zieht Besucher an." Auch Hannelore Benzmüller aus der Gaststätte "Haus Sonnenberg" hält das Resultat des Wettbewerbs für gerechtfertigt: "Kanzem hat das verdient. Der Ort hat sich sehr modern entwickelt und positiv verändert. Gerade für Kinder ist er besonders attraktiv." Roland Augustin, der seit zwei Jahren in Kanzem lebt, sagte: "Die große gemeinsame Anstrengung im Dorf ist belohnt worden. Ich hoffe, dass nun weitere Projekte dazukommen und dass die Dorfentwicklung weiter so positiv voranschreitet." Für Bernhard Mies kam der Kanzemer Sieg zwar überraschend, er findet ihn jedoch verdient: "Es macht Freude, in einem so schönen Dorf leben zu dürfen."