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Wahlbeteiligung
Mehr Multikulti führt zu geringerer Wahlbeteiligung

Eine Wählerin wirft ihren Wahlschein in einem Wahllokal in die Wahlurne.
Eine Wählerin wirft ihren Wahlschein in einem Wahllokal in die Wahlurne. FOTO: dpa / Bodo Schackow
Trier. Der Autor einer neuen Studie der Universität Trier regt als Konsequenz mehr Wahlrechte für Migranten an. Von KNA

Ein hoher Ausländeranteil in der Nachbarschaft lässt laut einer Studie der Universität Trier die Wahlbeteiligung der deutschen Bevölkerung sinken. „Dieser Zusammenhang ist bundesweit nachweisbar und unabhängig von anderen die Wahlbeteiligung beeinflussenden Faktoren wie Bildungsstand oder Grad des politischen Interesses“, sagte Studienautor Andre Förster am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dabei sei die Abhängigkeit der Wahlbeteiligung vom Ausländeranteil im direkten Wohnumfeld auch unabhängig davon zu beobachten, ob die Betreffenden in Städten oder ländlichen Regionen wohnen.

Zugleich betonte der Politikwissenschaftler, dass es nur um verhältnismäßig kleine Ausschläge gehe. „Dennoch sollte der Zusammenhang im Blick auf wachsende Migrationsströme stärker als bislang beachtet werden“, so Förster. Ähnliche Effekte seien bereits in Studien für die USA beobachtet worden, nun sei dies erstmals auch für Deutschland gelungen. Für die Studie verwendete der Wissenschaftler Daten des Mikrozensus des Statistischen Bundesamts, die laut Angaben auf ein Gebiet von einem Quadratkilometer heruntergebrochen werden können.

Mit diesen Informationen verknüpfte Förster Ergebnisse der Deutschen Wahlstudie zur Bundestagswahl von 2013.

Förster zieht den Schluss, dass mehr Wahlrechte für Migranten möglicherweise auch die deutsche Bevölkerung häufiger zur Wahlurne bringen könnten. „Erste Untersuchungen legen nahe, dass dann so etwas wie ein Konkurrenzdenken entsteht, was sich positiv auf den demokratischen Prozess insgesamt auswirkt.“