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Mit 80 immer noch ganz der Alte

TRIER. Unverwüstlich, fit und dankbar. Norbert Kohler, langjähriger Macher des TV und von 1996 bis 2003 Chef der Nikolaus-Koch-Stiftung, feiert heute seinen 80. Geburtstag und sagt: "Ich bin selbst erstaunt, wie gut es mir geht." ARRAY(0xbfc206c0)

Der Mann ist ein Phänomen. "Ich habe 55 Jahre geraucht, viel Kaffee getrunken und nicht auf gesunde Ernährung geachtet", sagt Norbert Kohler. Obwohl ihm der Arzt vor einiger Zeit eine gesunde Lunge attestierte, greift er nicht mehr zum Glimmstängel: "Ich hatte so viel Glück im Leben und will dieses Glück nicht überstrapazieren." Mit dem Verzicht auf Nikotin lässt sich das blendende Aussehen des frisch gebackenen Achtzigers nicht erklären, eher schon mit einem Ritual, dem er seit gut 25 Jahren frönt. Kein Werktag beginnt ohne die Schwimmstunde im Stadtbad: "Das hält fit." Kohler, der Unverwüstliche. In seiner Zeit als Chef der TV-Lokalredaktion Trier pflegte er morgens als Erster im Büro zu sein, und wenn andere Feierabend machten, hängte er noch manche Stunde dran. Die "Workaholic"-Zeiten sind passé, seit der aus Brauneberg stammende Lehrerssohn 1994 seinen Abschied vom Trierischen Volksfreund nahm. 44 Jahre lang hatte er für die Tageszeitung gearbeitet, es vom Volontär zum Chefredakteur gebracht, Stadt- und Regionalgeschichte auf- und mitgeschrieben. Kohler, Spitzname: "Noko", blieb dennoch die öffentliche Aufmerksamkeit erhalten - als Vorstandsvorsitzender der Nikolaus-Koch-Stiftung. Ihm kam die ehren- und verantwortungsvolle Aufgabe zu, den Einsatz der Stiftungsgelder - jährlich rund 2,5 Millionen Euro für Soziales und Bildung - zu koordinieren. Mit 77 gab Kohler den Vorsitz an Polizeipräsident Manfred Bitter ab und wechselte auf den Stellvertreterposten und in ein anderes Büro im Stiftungsdomizil: "Da hat sich für mich der Kreis geschlossen." Sein Schreibtisch steht ziemlich genau dort, wo Verleger Nikolaus Koch (1908-1982) am 18. Februar 1950 den Nachwuchsjournalisten eingestellt hatte: "Se können morjen anfangen." Und nun, gut 56 Jahre später, blickt Norbert Kohler "voller Dankbarkeit zurück auf langes und doch schnell vorbeigehendes Leben." Das lebt er bewusst und mit einem zusätzlichen Ritual, "das mindestens genauso fit hält wie das Schwimmen". Kohler und seine Frau Hermine (71) sind stolze Großeltern, und jeden Donnerstag ist Enkeltag.Stolzer zweifacher Großvater

Die Kohlers genießen die Stunden mit Mathis (zweieinhalb Jahre) und Lilli (knapp zehn Monate), den Kindern von Tochter Judith. Sohn Peter hat sich "seinen Kinder- und Jugendtraum erfüllt und ist Pilot geworden" (bei Eurowings). In TV-Zeiten reiste Polit-Prominenz aus Mainz zu Kohlers runden Geburtstagen an. Die Feier zum 80. fällt, wie schon vor fünf Jahren, klein und bescheiden aus. Ansonsten hat sich bei "Noko" nichts geändert: "Ich bin immer noch der Alte und optimistisch wie eh und je - und ich trinke fast jeden Abend zwei Glas Riesling-Wein, am liebsten halbtrocken." Wohl auch ein Teil des persönlichen Wohlergehens-Rezepts.