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Umwelt
Nervige Krähen in Rheinland-Pfalz: Ohren zu und durch!

FOTO: e_eifel <e_eifel@volksfreund.de>
Bitburg. Die Mainzer Umweltministerin rät, die Vögel während der Brutzeit nicht unnötig zu beunruhigen. Diese Idee findet nicht jeder toll. Von Rolf Seydewitz

In einigen rheinland-pfälzischen Kommunen, darunter Trier und Prüm,  gibt es ein Krähenproblem. Vor allem in der Brutzeit zwischen März und Juni machen die Vögel mancherorts besonders viel Dreck und Radau. Aktuell haben sich in Rheinland-Pfalz um die 5000 Brutpaare niedergelassen – fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Das geht aus der Antwort der Mainzer Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) auf eine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Christine Schneider hervor, die unserer Zeitung vorliegt.

Unter Verweis auf die Experten des Landesamts für Umwelt und mehrere Vogelschutzwarte rät Höfken dazu, Saatkrähenkolonien „nicht unnötig zu beunruhigen, um eine Aufsplitterung in kleine Kolonien zu vermeiden“. Nach maximal drei Monaten, in denen gebrütet und der Nachwuchs aufgezogen werde, sei die Zeit der Belästigung ja wieder beendet, beruhigt die grüne Ministerin die schwarze Parlamentarierin. Doch Christine Schneider regt die Antwort mehr auf als ab. „Bei mir stehen öfters Leute im Büro, die sagen: Wir halten das nicht mehr aus“, sagt die Landauer Abgeordnete. Da müsse die Politik doch reagieren, statt nur zu vertrösten.

Wenn das Reagieren denn mal so einfach wäre: Saatkrähen zählen zu den besonders geschützten Vogelarten, die in Deutschland nicht bejagt werden dürfen. Wenn die Struktur- und Genehmigungsdirektion ihren Segen dazu gibt, dürfen die Vögel außerhalb der Brutzeit vergrämt werden, wie es offiziell heißt.  Heißt: Äste, auf denen sich die Krähen aufhalten, dürfen gekappt werden.

Der CDU-Abgeordneten Christine Schneider geht das nicht weit genug. Die Pfälzerin will, dass etwa zusätzlich Falkner zum Einsatz kommen oder die Eier der Krähen durch Gips-Eier ersetzt werden. Zudem regt sie – nicht zum ersten Mal – ein vom Umweltministerium beauftragtes Krähen-Forschungsprojekt der Uni Koblenz an.

Schneiders Eifeler Kollege Michael Billen verweist derweil auf die Erfolge der Bitburger bei der Bekämpfung ihrer Krähenplage. Man habe einfach die betroffenen Bäume abgesägt oder so viele Äste abgeschnitten, „dass der Baum überlebt hat und für die Krähen kein Platz mehr war“.