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Neue Millionenlöcher bei der Formel 1 am Nürburgring befürchtet

Mainz/Nürburgring. Das Formel-1-Rennen am Nürburgring wird nach Schätzung der Landesregierung weit höhere Verluste bringen als geplant. Das berichten Medien unter Berufung auf Regierungskreise. Die Kosten muss der Steuerzahler tragen.

Der Formel 1 am Nürburgring drohen offenbar noch viel höhere Millionenverluste als erwartet. Das Infrastrukturministerium dementierte entsprechende Spekulationen jedoch. Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) kritisierte das Konzept für die Rennstrecke.

Die Wirtschaftszeitung Handelsblatt hatte berichtet, die Landesregierung rechne bei dem Formel-1-Rennen statt mit 13,5 Millionen, wie im Landeshaushalt eingeplant, nun mit einem Verlust von mindestens 17 Millionen Euro. Die Zeitung beruft sich in dem Bericht auf Regierungskreise. Ein Sprecher des Infrastrukturministeriums wies dies zurück: "Wie die Zeitung auf einen Betrag von 17 Millionen Euro kommt, ist völlig unverständlich." Die neue rot-grüne Landesregierung strebt für künftige Formel-1-Rennen in der Eifel geringere Subventionen an.

Das Blatt berichtete auch, die beiden Ringbetreiber Kai Richter und Jörg Lindner hätten zwei weitere Firmen gegründet. Während ihre Nürburgring Automo-tive GmbH den Gewinn weitgehend an die größtenteils landeseigene Nürburgring GmbH abführen müsse, sei dies bei ihren neuen Gesellschaften nicht der Fall. "Richter und Lindner verschieben mit der Konstruktion einen Teil ihres Geschäfts an andere Firmen und dennoch an sich selbst", meldete die Zeitung.

Der Ministeriumssprecher wies auch diese Informationen zurück. "Die Betreibergesellschaft organisiert für die Nürburgring GmbH das Formel-1-Rennen an diesem Wochenende am Nürburgring und darf sich dabei auch Dritter bedienen." Vertragliche Regelungen stellten sicher, dass die Interessen der Nürburgring GmbH und des Landes gewahrt würden. Dazu seien Kontrollrechte eingeplant.

Der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionsvize Christian Baldauf monierte: "Die Landesregierung lässt sich an der Nase herumführen." Sie müsse sich von Richter und Lindner trennen. dpa/tz