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Noch im roten Bereich

Weiter im Aufwind: der Flughafen Hahn im HunsrückFoto: TV -Archiv/Ludwig Hoff
Weiter im Aufwind: der Flughafen Hahn im HunsrückFoto: TV -Archiv/Ludwig Hoff
MAINZ. (win) Die EU-Entscheidung gegen Beihilfen für Billigflieger hat laut Wirtschaftsminister Bauckhage keine Folgen für den Flughafen Hahn. "Es gibt keine Subventionen am Hahn", stellte der Minister im Landtag fest.

Die jüngste Entscheidung der EU-Kommission, nach der Beihilfen des belgischen Flughafen Charlerois an den irischen Billigflieger Ryanair zurück gezahlt werden müssen, hat zwar für einiges Aufsehen gesorgt, aber nach Überzeugung von Wirtschaftminister Hans-Artur Bauckhage (FDP) keine Konsequenzen für den Hunsrück-Flughafen Hahn. Laut Bauckhage erhält Ryanair keinerlei Sonderkonditionen. Einen speziellen Vertrag gibt es mit der Fluglinie lediglich zur Werbung bei Fluggästen für touristische Ziele im Land.Diese Gelder für Marketing sind nach Angaben von SPD-Fraktionschef und Hahn-Aufsichtsratsmitglied Joachim Mertes in Höhe und Zeitdauer beschränkt und damit zulässig.Hahn könne für die Fluggesellschaften günstige Preise anbieten, weil nur in das Notwendige investiert werde, sagt Mertes. "Wo andere Granit legen, legen wir Linoleum". Auch wird das Personal mit Zustimmung der Gewerkschaft nach einem speziellen Hahn-Tarif bezahlt.Fraport hofft für 2006 auf schwarze Null

Bauckhage wies darauf hin, dass das Ryanair-Engagement auf dem Hahn für sich selbst betrachtet dem Flughafen kein Minus, sondern einen positiven Deckungsbetrag einbringt. Insgesamt erwirtschaftet die Flughafengesellschaft, an der das Land mit einer Sperrminorität von 27 Prozent beteiligt ist, jedoch weiterhin Verluste.Bis einschließlich 2005 werden die roten Zahlen allerdings laut Vertrag vom Mehrheitsgesellschafter, der Frankfurter Flughafenbetreibergesellschaft Fraport AG, ausgeglichen. Ab 2006 hofft Fraport auf eine schwarze Null und ab 2008 auf Gewinne in Hahn. Bereits jetzt habe sich der Flughafen jedoch mit über 2000 Arbeitsplätzen und 2,5 Millionen Passagieren als erfolgreicher Job-Motor erwiesen, sagt Bauckhage.Die Grünen reklamierten die einseitige Abhängigkeit von Billigflieger Ryanair, der für seine "unverschämten Forderungen" an Provinzflughäfen bekannt sei. Gegen eine erfolgreiche nachhaltige Entwicklung mit dauerhafter Nachfrage sei nichts einzuwenden, sagte die Abgeordnete Elke Kiltz.Unterdessen hat Ryanair weitere Preissenkungen angekündigt. Ab 1. April sollen die Tarife noch einmal um 10 bis 15 Prozent fallen, sagte die Ryan-air-Vertriebsleiterin Caroline Baldwin.