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Per S-Bahn von Wittlich ins Luxemburger Bankenviertel

Wittlich/Trier/Luxemburg. Grenzgänger sollen ab Dezember 2018 eine bessere Zuganbindung nach Luxemburg-Stadt bekommen. Dann startet eine neue Linie von Wittlich mit Halt an allen Bahnhöfen. Zunächst führt die Linie aber nicht über Trier-West. Bernd Wientjes

S-Bahnen kennt man aus Ballungsgebieten. Eine Stadtschnellbahn, die Städte aus dem Umland mit der Hauptstadt verbindet. Künftig soll es eine Art S-Bahn auch in der Region geben, stündlich von Wittlich nach Luxemburg-Stadt - direkt zum Bankenviertel auf dem dortigen Kirchberg. Und von dort aus soll es dann mit einer Tram weiter bis zur Innenstadt gehen. Ab Dezember 2018 fährt die neue Regionalbahnlinie. Anders als der bisherige Regionalexpress, mit dem man auch schon von Wittlich nach Luxemburg fahren kann, hält die neue Linie an allen Haltepunkten der Strecke. Etwa in Föhren (Trier-Saarburg).

Eigentlich sollte die neue Linie von Anfang an über die Trierer-Weststrecke führen und dort in verschiedenen Stadtteilen wie Euren oder Zewen halten. So wie es schon seit über zehn Jahren geplant ist. Doch kürzlich hat die Bahn dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun will sie doch noch ein Planfeststellungsverfahren für die Strecke, auf der bis 1983 Personenzüge und seither nur noch Güterzüge fuhren.

Wegen des Planfeststellungsverfahrens sollen die ersten Regionalzüge auf der Weststrecke Richtung Luxemburg frühestens 2020 fahren. Trotzdem soll die neue Regionalbahnlinie Wittlich-Luxemburg wie geplant Ende 2018 starten - statt über die Weststrecke fahren die Züge dann über Trier-Hauptbahnhof, Trier-Süd und Konz Richtung Grenze. Die gleiche Strecke also wie heute bereits der Regionalexpress von Trier nach Luxemburg. Als wichtigen Schritt, mehr Grenzgänger von der Straße auf die Schiene zu bringen, sieht der Luxemburger Verkehrsminister François Bausch die neue Bahnlinie. Bausch hat gestern in Trier gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Innenstaatssekretär Günther Kern und dem Vorsteher des für den Schienenverkehr in der Region zuständigen Zweckverbands SPNV Nord, dem Altenkirchener Landrat Michael Lieber, den Vertrag für die neue Linie unterzeichnet.

Luxemburg beteiligt sich daran nicht unerheblich. Die Luxemburger Bahn CFL stellt nämlich die fünf Doppelstockwagen vom Typ Kiss (Hersteller Stadler), die täglich von sechs Uhr morgens bis 22 Uhr zwischen Wittlich und Luxemburg fahren sollen. Über 40 Millionen Euro hat die Anschaffung allein dieser Züge gekostet. Zudem hat sich Luxemburg mit acht Millionen Euro an dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Igel und Grenze beteiligt, der 2014 vollendet wurde. Und es investiert rund 96 Millionen Euro in den Bau eines neuen Bahnhofs unterhalb des Kirchbergs an der sogenannten Rout Bréck - mit Tram-Anbindung.

96 Millionen für neuen Bahnhof

Die CFL stellt die Züge für die neue Strecke, wird die Verbindung allerdings nur innerhalb Luxemburgs betreiben. Für die Strecke von Wittlich bis Grenze muss ein eigener Betreiber durch eine europaweite Ausschreibung gefunden werden. Die CFL könne sich aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht bewerben, sagt Thomas Geyer, Geschäftsführer des SPNV Nord. Die Ausschreibung soll in den nächsten Wochen starten und Mitte kommenden Jahres abgeschlossen sein. Geyer geht davon aus, dass es kein Problem ist, einen Betreiber zu finden, da dieser keine Züge sondern lediglich Personal stellen müsse. Er ist davon überzeugt, dass die neue Bahn pünktlich im Dezember 2018 starten kann.