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Sommerhitze
Erst drohen Unwetter, dann folgt die große Hitzewelle in der Region

FOTO: dpa / Andre März
Trier/Bitburg/Wittlich. TV-Wetterexperte Dominik Jung rechnet für die kommende Woche mit Rekordtemperaturen. Während Landwirte unter der Trockenheit leiden, starten Winzer die Traubenlese früher. Von Florian Schlecht
Florian Schlecht

Planschen im Freibad, brutzeln am Grill, faulenzen im Park oder einfach Sonne tanken: Geht es nach dem TV-Wetterexperten Dominik Jung, wird es in der Region Trier in der kommenden Woche richtig heiß. Der Meteorologe rechnet damit, dass ab Montag eine Hitzewelle kommt und das Thermometer in den Tagen danach auf bis zu 34 Grad hochschnellen kann. Bundesweit erwartet Jung, dass Rekordtemperaturen für dieses Jahr geknackt werden. „Wer nun seinen Urlaub in der Region verbringt, kann ihn genauso genießen wie am Mittelmeer“, sagt er.

Die schlechte Nachricht: Bevor die große Hitze kommt, drohen in der Region erneut Unwetter. Zum Wochenende rät der Wetterexperte den Schwimmern, Grillern und Fahrradfahrern, immer wieder den Blick in den Himmel zu werfen. Zwar soll es heute in der Region bis zu 33 Grad heiß werden, doch gegen Abend erwartet Jung Schauer und Gewitter, die die Temperaturen am Wochenende abkühlen lassen. Was die Lage heikel macht: „Die Gewitter ziehen recht langsam und können dabei wieder viel Regen ablassen“, sagt Jung. Er spricht ansonsten von einem Jahr, das ihn in der Trockenheit an den Rekordsommer 2003 erinnert. Die Temperaturen waren damals zwar deutlich höher, doch mit einem Blick auf den 14-Tage-Trend sagt Jung: „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die starke, aufkommende Hitze sich noch bis Ende Juli, Anfang August zieht.“

Was Sonnenanbeter freut, empfinden viele Landwirte als Belastung. Zwar freuen sie sich über bestes Erntewetter, doch den Böden fehlt es an Wasser. Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, stöhnt: „Wir sehnen so langsam Regen herbei.“ Bleiben Niederschläge aus, befürchtet der Eifeler besonders beim Mais Einbußen. Immerhin: „Trockenheitsschäden wie in anderen Teilen des Landes haben wir im Raum Trier zum Glück nicht, wir befinden uns noch nicht im Katastrophenmodus, es kann noch alles besser werden – aber auch schlechter.“

Vizepräsident Manfred Zelder (Wittlich) warnt vor Folgen für die Tierhaltung, weil es an Grünland fehle, Kühe unter den Temperaturen litten – und weniger Milch abgäben. Beim Futter greifen viele Bauern schon auf den angesammelten Vorrat zurück, Tiere kämen kaum mehr auf die Weide, sagt er.

Wegen der Trockenheit lässt die Landesregierung in mehreren Regionen im ganzen Land brachliegende Öko-Ackerflächen zu, auf denen Tiere weiden können und Landwirte Futter gewinnen. Damit solle die Gefahr eines Futterengpasses für die betroffenen Landwirte verringert werden, sagt der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Volker Wissing (FDP).

Die Hitze zwingt wiederum auch manchen Winzer, seine Pläne zu ändern. Rolf Haxel geht davon aus, dass Weinbauern schon Ende August, Anfang September in die Lese einsteigen, um schnell Federweißer herzustellen – 14 Tage früher als gewohnt. Von der Trockenheit sieht der Weinbaupräsident von der Mosel die jungen Reben betroffen. Starke Ernteausfälle gebe es dort, wo Rebstöcke von heftigen Unwettern betroffen gewesen seien. Haxel rechnet ansonsten mit einem starken Jahrgang an Weinen: „Die Trauben haben genug Zeit, die Sonne auszukosten, wodurch die Weine noch fruchtiger und aromatischer werden.“