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Regionalverkehr auf der Schiene: In der Eifel fallen viele Züge aus

Der Güterzugverkehr auf der Weststrecke hat zugenommen – zum Leidwesen der Anwohner (hier in Trier-Zewen). TV-Foto: Friedemann Vetter
Der Güterzugverkehr auf der Weststrecke hat zugenommen – zum Leidwesen der Anwohner (hier in Trier-Zewen). TV-Foto: Friedemann Vetter FOTO: friedemann vetter (Ve._), Friedemann Vetter ("TV-Upload vetter"
Trier/Koblenz. Der für den Regionalverkehr zuständige Zweckverband SPNV Nord hat am Mittwoch in Koblenz über Pünktlichkeit auf der Schiene diskutiert. Auch die Weststrecke in Trier war Thema. Bernd Wientjes

Zugpendler kennen das: Der Zug kommt zu spät oder er kommt gar nicht. Der für den Schienennahverkehr zuständige Zweckverband SPNV Nord hat sich gestern auf seine Sitzung in Koblenz mit dem Problem beschäftigt. Ergebnis: Im vergangenen Jahr sind in dem gesamten Verbandsgebiet, das bis zum Rhein reicht fast drei Prozent aller Züge ausgefallen. Die Hälfte der Ausfälle geht, so der Zweckverband, auf Baustellen an den Bahnstrecken zurück. Neben diesen vorhersehbaren Ereignissen geht die andere Hälfte der Zugausfälle auf unvorhersehbare Einflüsse zurück, wie etwa umgestürzte Bäume oder wegen Schnee oder Unwetter unpassierbare Strecken.

Die meisten Zugausfälle gab es im vergangenen Jahr auf der Eifelstrecke zwischen Trier und Köln. Dort sind laut SPNV Nord rund fünf Prozent der Zugleistungen ausgefallen. Seit Monaten klagen Bahnfahrer über Probleme auf dieser Strecke. Neben Ausfällen kommt es immer wieder zu Verspätungen. Vergleichsweise wenig Zugausfälle gibt es nach Mitteilung des Zweckverbands auf der Strecke von Koblenz übe Trier, Saarbrücken nach Mannheim.

Beim SPNV rechnet man damit, dass die Zugausfälle wegen Bauarbeiten deutlich zunehmen werden. Der Grund sei, dass der Bund mehr Geld für die Ausbesserung von Schienen und Gleisen zur Verfügung stelle. "Umso wichtiger wird es sein", heißt es in dem gestern bei der Sitzung in Koblenz gefassten Beschluss, "diese Baumaßnahmen konsequent zu bündeln, sorgfältig vorzubereiten und in ihren Auswirkungen für den Fahrgast nach Möglichkeit zu minimieren." Ziel müsse es sein, Vollsperrungen, wie etwa vor Pfingsten vier Wochen auf der Moselstrecke wegen Tunnelarbeiten bei Cochem (der TV berichtete), zu vermeiden, "um wenigstens ein gewisses Mindestprogramm auf allen Schienenstrecken zu erreichen".

Fällt ein Zug aus, ob baustellen- oder wetterbedingt, dann zahlt der SPNV Nord, dem unter anderem die Kreise des Verbandsgebiets angehören, dem betroffenen Unternehmen für die entsprechende Zeit nichts für die bestellten Züge. Das bedeute, dass den Unternehmen selbst bei Zugausfällen "der größte Schaden entsteht", so die Mitteilung des Verbandes.

Weiteres Thema bei der gestrigen Sitzung des Zweckverbandes war der Stand der Planungen bei der sogenannten Weststrecke in Trier. Dort, wo bislang fast ausschließlich Güterzüge fahren, sollen ab Ende 2019 auch wieder Personenzüge rollen. Zwei unterschiedliche Linien sollen die Strecke nutzen. Während für die Verbindung von Trier-Hafen über Konz nach Saarburg nach einer Ausschreibung der Auftrag für 15 Jahre an die Deutsche Bahn gegangen ist, läuft für die Linie von Wittlich nach Luxemburg die Ausschreibung noch. Es dürfte allerdings schwierig sein, einen anderen Betreiber als die luxemburgische Bahngesellschaft CFL zu finden. Diese fährt nämlich im Auftrag des SPNV Nord von der deutschen Grenze bis Luxemburg-Stadt. Da es sich um eine durchgängige Verbindung von Wittlich nach Luxemburg handelt, muss sich ein Unternehmen, das den Auftrag bekommt, unter anderem auch die von der CFL eingesetzten Fahrzeuge nutzen.
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Dampfspektakel

Im kommenden Jahr soll es in der Region wieder das sogenannte Dampfspektakel geben. Das gab der Zweckverband SPNV Nord gestern bekannt. Rund um den 1. Mai sollen auf den Bahnstrecken von Trier nach Gerolstein, Bullay, Luxemburg, Saarbrücken und Nennig bis zu zehn historische Dampfzüge fahren. Zuletzt fand 2010 die Veranstaltung ebenfalls in und im Trier statt. Der Zweckverband sieht in dem Dampfspektakel ein "hervorragendes Marketinginstrument, um Menschen für das System Bahn zu interessieren". Beim SPNV rechnet man mit Kosten von bis zu 800.000 Euro für die mehrtägige Veranstaltung. Unter anderem würden sich Rheinland-Pfalz und das Saarland an der Finanzierung der Neuauflage des Dampfspektakels beteiligen.