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Rheinland-pfälzische Wirtschaft ist verunsichert

Ein Wahlparty-Besucher mit einem Hut im Design der US-Amerikanische Flagge verfolgt am 09.11.2016 in Frankfurt am Main (Hessen) die Wahlberichterstattung aus den USA. Das Generalkonsulat Frankfurt veranstaltet anlässlich der Präsidentschaftswahl in den USA eine "Election Night Party" in der Discothek Gibson Club. Foto: Andreas Arnold/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Ein Wahlparty-Besucher mit einem Hut im Design der US-Amerikanische Flagge verfolgt am 09.11.2016 in Frankfurt am Main (Hessen) die Wahlberichterstattung aus den USA. Das Generalkonsulat Frankfurt veranstaltet anlässlich der Präsidentschaftswahl in den USA eine "Election Night Party" in der Discothek Gibson Club. Foto: Andreas Arnold/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Andreas Arnold (dpa)
Koblenz/Mainz. Die Wahl von Trump zum US-Präsidenten könnte nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Wirtschaft negative Spuren an Rhein und Mosel hinterlassen. Kammern und Unternehmer sind beunruhigt. dpa

Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz befürchtet nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten negative Auswirkungen für den Handel. "Da Donald Trump in den vergangenen Monaten vor allem auch mit protektionistischen Vorschlägen Stimmung gemacht hat, ist die Verunsicherung in der Wirtschaft groß", teilte die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern (IHK) am Mittwoch in Koblenz mit.

Die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA seien eine zentrale Säule für die exportorientierte heimische Wirtschaft. Ob es Beschränkungen geben werde, sei zwar offen. "Bis der Kurs klar ist, müssen wir aber mit Unruhe insbesondere an den Geld- und Kapitalmärkten rechnen."

Der Unternehmerverband LVU rechnet mit "rauen Zeiten" auch für die wirtschaftlichen Beziehungen. "Sein Wahlkampf war eine einzige Absage an die Globalisierung", erklärte LVU-Präsident Gerhard Braun mit Blick auf Trump. "Sollte er solch eine Politik wirklich betreiben, wäre das schädlich für die USA, aber auch für die rheinland-pfälzische Wirtschaft."
Der Vizevorsitzende des Arbeitgeberverbandes BDA sieht das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA vor dem Aus. "Das dürfte mit Trump gestorben sein, zur Freude aller rechter und linker Populisten jenseits und diesseits des Atlantiks."

Die USA sind einer der wichtigsten Handelspartner für Rheinland-Pfalz. Bei den Exporten lagen sie 2015 auf dem zweiten Platz nach Frankreich, bei den Importen auf dem vierten Rang hinter den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Die rheinland-pfälzischen Unternehmen exportierten im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund fünf Milliarden Euro in die USA, bei den Importen waren es knapp drei Milliarden Euro.

Die Wahl Donald Trumps zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika kommentiert zudemRobert Lippmann, wirtschaftspolitischer Sprecher der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern wie folgt: "Die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA sind eine zentrale Säule für die exportorientierte heimische Wirtschaft: Die USA sind unser zweitwichtigster Auslandsmarkt; jährlich exportieren die rheinland-pfälzischen Unternehmen Waren für rund 5 Mrd. Euro dorthin. Da Donald Trump in den vergangenen Monaten vor allem auch mit protektionistischen Vorschlägen Stimmung gemacht hat, ist die Verunsicherung in der Wirtschaft groß. In wie weit Donald Trump als US-Präsident den freien Warenverkehr tatsächlich beschränken wird, bleibt nun aber erst einmal abzuwarten. Bis der Kurs klar ist, müssen wir aber mit Unruhe insbesondere an den Geld- und Kapitalmärkten rechnen."