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Rheinland-Pfalz führt „Schwerinordnungausweis“ ein

Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv
Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv FOTO: Fredrik von Erichsen
Mainz. Nach der Kritik eines 14-jährigen Mädchens an dem Begriff des Schwerbehindertenausweises hat Rheinland-Pfalz einen ergänzenden „Schwerinordnungausweis“ eingeführt. Zwar könne der Schwerbehindertenausweis als amtliches Dokument nicht verändert werden, lasse sich nun aber in eine Hülle mit der Aufschrift „Schwerinordnungausweis“ stecken, teilte das Sozialministerium in Mainz am Dienstag mit. dpa

„Hierbei steht vor allem der Gedanke der Inklusion in die Gesellschaft, in der jeder Mensch respektiert wird und gleichberechtigt sowie selbstbestimmt an dieser teilhaben kann, im Vordergrund“, erklärte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) bei der Ausgabe der ersten Hüllen. Das Ministerium reagiert damit auf einen Vorstoß der Schülerin Hannah aus Pinneberg bei Hamburg, die das Down-Syndrom hat und sich den ersten „Schwerinordnungausweis“ selbst gebastelt hat - verbunden mit der Kritik: „Ich finde Schwerbehindertenausweis ist nicht der richtige Name für meinen Ausweis.“ Damit hatte Hannah im Oktober vergangenen Jahres große Resonanz in sozialen Netzwerken gefunden.

Die Hülle mit der Aufschrift „Schwerinordnungausweis“ kann kostenfrei beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) beantragt werden. In Rheinland-Pfalz leben rund 786 000 Menschen mit einer Behinderung. Von ihnen gelten 430 000 als schwerbehindert. Das Ministerium betont, dass auch ein Mensch mit einem Grad der Behinderung von 100 in seinem Beruf voll einsatzfähig sein könne.