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Sonne, Mond und Sterne statt St. Martin - Bistum Trier: Absurde Idee

Trier. Aus Rücksicht auf Muslime soll der St.-Martins-Tag umbenannt werden, fordern Linke in Nordrhein-Westfalen. Sie wollen stattdessen ein Sonne-Mond-und-Sterne-Fest. Muslime in der Region sind gegen den Vorschlag. Bernd Wientjes

Pippi Langstrumpfs Vater darf nicht mehr Negerkönig heißen, weil die Bezeichnung rassistisch sei. Die Vereinten Nationen drohen den Niederländern, ihr traditionelles Nikolausfest zu verbieten, weil der niederländische Sinterklaas zusammen mit dem schwarz geschminkten Zwarte Piet kommt, oft mit Afroperücke. Und nun solle auch noch der heutige St.-Martins-Tag umbenannt werden, haben die Linken in Nordrhein-Westfalen vorgeschlagen. Statt Sankt Martin könnten Kindergärten ein Sonne-Mond-und-Sterne-Fest feiern. Aus Rücksicht auf muslimische und andere, nichtchristliche Kinder. Im hessischen Bad Homburg und im nordrhein-westfälischen Bochum benannten Kitas das Fest bereits um.

Beim Bistum Trier hält man die Diskussion für absurd. "Ein Tag wie der Martinstag hält für die Menschen eine über die einzelne Religion hinausgehende universelle Botschaft der Barmherzigkeit und Nächstenliebe bereit", sagt Bistumssprecher André Uzulis. "Dieses Fest ist fester Bestandteil des Brauchtums unserer Gesellschaft und ein Teil der Kinderkultur in unserem Land", sagt Katrin Werner, Trierer Bundestagsabgeordnete und Linken-Landeschefin. Sie hält nichts von der von ihren Genossen an Rhein und Ruhr losgetretenen Debatte.

Auch Muslime finden den Vorschlag "doof", wie Tahir Dogan, Sprecher der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Wittlich, sagt. Er kenne keinen Muslim, der gegen St. Martin sei. Dogan hat keine Probleme damit, dass etwa in Kindergärten christliche Feste wie Ostern, Weihnachten oder eben St. Martin gefeiert werden, auch wenn dort muslimische Kinder betreut werden. Er schlägt aber vor, dass dann auch über muslimische Feste wie Ramadan oder das Opferfest gesprochen werde. Das fördere das gegenseitige Verständnis. wie