| 18:21 Uhr

Sprudelndes Geschäft: Der Gerolsteiner Brunnen bleibt weiter auf Wachstumskurs

Gerolstein. Umsatz und Absatz des Unternehmens in Gerolstein wurden in den vergangenen zwölf Monaten kräftig gesteigert. Damit bestätigt der Brunnen seine Position als Marktführer im gehobenen Preissegment. Heribert Waschbüsch

Das abgelaufene Geschäftsjahr hat der Gerolsteiner Brunnen mit guten Zahlen abgeschlossen: Der Gesamt-Nettowarenumsatz von Mineralwasser und Erfrischungsgetränken auf Mineralwasserbasis wurde um 8,4 Prozent auf 276,7 Millionen Euro gesteigert - der Absatz erhöhte sich um 7,3 Prozent auf 7,49 Millionen Hektoliter. Seine Marktführerschaft unter den kohlensäurehaltigen Mineralwässern konnte Gerolsteiner im Preissegment ab 0,40 Euro pro Liter mit einem Marktanteil von 19,4 Prozent behaupten.

Anders als beispielsweise der deutsche Biermarkt ist der Wassermarkt weiter im Aufwärtstrend. 2016 gab es ein Plus von rund einem Prozent, während der Markt für kohlesäurehaltige Softdrinks (Cola und Limo) und fruchtsafthaltige Getränke weiter rückläufig ist. Für Joachim Schwarz, kaufmännischer Geschäftsführer bei Gerolsteiner, eine positive Entwicklung: "Von dieser Entwicklung profitiert der Gerolsteiner Brunnen überproportional, trotz wetterbedingt wechselnder Nachfragespitzen."

Der Pro-Kopf-Verbrauch für Mineralwasser liegt in Deutschland inzwischen bei etwa 150 Litern, 1970 waren es 12,5 Liter. Für Schwarz ist das ein Indiz, dass der deutsche Verbraucher auf den Gesundheitstrend setzt.

Unter diesen Vorzeichen entwickelten sich die 1-Liter-Glas-Mehrwegflasche und die 0,75-PET-Einwegflasche positiv. Zufrieden ist man in der Vulkaneifel auch mit der Markteinführung der 1-Liter-PET-Mehrwegflasche Gerolsteiner Heilwasser. Gerolsteiner Medium und Naturell seien die "Treiber des Wachstums" gewesen. Lediglich beim Export lief es nicht überall rund. Ausschlaggebend hierfür sei das weiterhin von hohem Wettbewerbsdruck geprägte Geschäft in Japan gewesen. Positive Entwicklungen seien demgegenüber aber im Mittleren Osten, im weiteren Asien mit Schwerpunkt Südkorea sowie in den Benelux-Staaten mit Schwerpunkt Niederlande zu verzeichnen.

Beim Absatz macht das Auslandsgeschäft aber nicht so viel aus. Rund 95 Prozent seines Absatzes macht der Gerolsteiner Brunnen im Heimatland, der Export liegt bei etwa fünf Prozent.

Über das abgelaufene, positive Jahr dürfte sich auch noch Axel Dahm freuen. Bis Ende des Jahres führte er als Vorsitzender der Geschäftsführung maßgeblich die Geschäfte beim Brunnen mit, bis er zum Hauptanteilseigner des Gerolsteiner Brunnens, der Bitburger Braugruppe, wechselte. Robert Mähler wird Mitte des Jahres seine Nachfolge bei Gerolsteiner antreten. Für den Gerolsteiner Brunnen stehen dieses und die kommenden Jahre weiter im Zeichen des Wachstums. "Wir wollen die positive Geschäftsentwicklung der letzten Jahre fortsetzen und unsere Position als Mineralwasser-Marktführer ausbauen. Deshalb intensivieren wir 2017 die Aktivitäten der ,Das Wasser mit Stern'-Kampagne, die Fakten und Hintergründe zur Qualität des Gerolsteiner Mineralwassers liefert und die Marke Gerolsteiner erlebbar macht", so Schwarz. Ein weiterer wesentlicher Baustein der Gerolsteiner Qualitätsstrategie seien Investitionen (in Millionenhöhe, genaue Zahlen nennt Gerolsteiner nicht) in innovative Abfülltechnologie, Logistik und die Schaffung neuer Lagerkapazität, erklärt Ulrich Rust, Geschäftsführer Technik und Logistik. Info: Gerolsteiner Brunnen

(hw) Seit 1888 bietet Gerolsteiner sein Mineralwasser an. 1900 wurde das Wasser zum ersten Mal in Glasflaschen verkauft, und als erster deutscher Brunnen setzte Gerolsteiner 1998 die 1-Liter-Mehrwegflasche aus Kunststoff ein. Aktuell beschäftigt das Traditionsunternehmen aus der Vulkaneifel 790 Mitarbeiter, davon sind 45 junge Menschen in Ausbildung. Gesellschafter ist zu 51 Prozent die Bitburger Holding, 32 Prozent der Anteile hält die Buse KSW in Bad Hönningen, 17 Prozent befinden sich in privatem Streubesitz.Robert Mähler folg auf Axel Dahm

(hw) Ab Mitte des Jahres wird Robert Mähler (47) die Gerolsteiner Geschäftsführung komplettieren und die Verantwortung für Strategie, Marketing, Vertrieb und International beim Brunnen übernehmen. Er folgt damit Axel Dahm, der vor kurzem zum Sprecher der Geschäftsführung bei der Bitburger Braugruppe berufen wurde. Robert Mähler hat sich nach kaufmännischer Ausbildung und dem Studium der Betriebswirtschaft ganz der Lebensmittelbranche verschrieben: Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Beratung der Pahnke Markenmacherei war er in den zwölf Jahren bei der August Storck KG zum Deutschland-Geschäftsführer aufgestiegen. Nachfolgend verantwortete er drei Jahre die internationale Geschäftsfeld-Entwicklung der Haribo-Gruppe.