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Kriminalität
Staatsanwalt: Verzweiflung wohl Motiv bei Familiendrama

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Symbolbild FOTO: Frank Göbel / TV
Beckingen. Ein 64-Jähriger hat im Saarland am Neujahrstag seinen Sohn erschossen. Die Tat geschah nach Polizeiangaben vom Dienstag am Nachmittag auf dem Anwesen des Mannes in Haustadt. Der 29-jährige Sohn sei psychisch auffällig gewesen und in der Vergangenheit schon häufiger Grund für polizeiliche Einsätze gewesen. Der 64-Jährige rief selbst die Polizei, die den 29-Jährigen tot vorfand, wie ein Sprecher sagte. Der Vater habe sich widerstandslos festnehmen lassen und die Tat gestanden. Das Motiv war zunächst noch unklar. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk (SR) online berichtet. dpa

Jahrelang schwelende Konflikte und eine tiefe Verzweiflung sind laut Staatsanwaltschaft vermutlich das Motiv für das Familiendrama mit einem Toten im Saarland gewesen. Der erschossene 29-jährige Sohn sei wohl drogenabhängig gewesen, sagte der Saarbrücker Oberstaatsanwalt Christoph Rebmann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Der 64-jährige Vater hatte seinen psychisch auffälligen Sohn am Neujahrstag in Beckingen nach eigener Aussage mit einer Pistole getötet. Danach rief er die Polizei an und gestand die Tat. Er habe Angst vor seinem Sohn gehabt, der schon häufiger Polizeieinsätze ausgelöst hatte.

Die Staatsanwaltschaft verzichtete darauf, Untersuchungshaft zu beantragen. Trotz des dringenden Tatverdachts ist laut Rebmann keiner der drei theoretisch möglichen Haftgründe gegeben. Das wären Wiederholungs-, Flucht- und Verdunklungsgefahr. Bei dem geständigen, an einer Stoffwechselkrankheit leidenden und nicht vorbestraften Vater liege auf dem ersten Blick kein Mordmerkmal vor. Somit müsse er wohl mit einer Anklage wegen Totschlags rechnen, sagte der Oberstaatsanwalt. Bei der Tat sei vermutlich auch nicht Notwehr im Spiel gewesen. Bei Vater und Sohn handelt es sich laut Polizei um Deutsche.