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Verkehr
Stabwechsel an der Verbandsspitze (Video)

Ab Februar soll Thorsten Müller (rechts) neuer Direktor des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord werden. Er wird Nachfolger von Thomas Geyer (links), der in Ruhestand geht. In der Mitte: Verbandsvorsteher Michael Lieber, Landrat des Kreises Altenkirchen.
Ab Februar soll Thorsten Müller (rechts) neuer Direktor des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord werden. Er wird Nachfolger von Thomas Geyer (links), der in Ruhestand geht. In der Mitte: Verbandsvorsteher Michael Lieber, Landrat des Kreises Altenkirchen. FOTO: Bernd Wientjes
Koblenz. Thorsten Müller wird neuer Chef des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord. Der bisherige  Direktor Thomas Geyer geht im Januar in Ruhestand. Von Bernd Wientjes

Seit 20 Jahren steht der gebürtige Saarländer Thomas Geyer an der Spitze des Zweckverbandes SPNV Nord. Er war maßgeblich an der Entwicklung des Rheinland-Pfalz-Taktes mit einer stündlichen Regionalexpressverbindung von Koblenz über Trier und Saarbrücken nach Mannheim beteiligt. Geyer hat schon früh erkannt, dass die Bahn den Fernverkehr in der Region Trier deutlich reduzieren und einstellen wird. Um den Wegfall der Verbindungen zu kompensieren, hat er auf die Regionalexpressverbindungen gesetzt. Auch am Ausbau der Regionalbuslinien hat er einen großen Anteil.

Ende Januar nächsten Jahres wird Geyer in Ruhestand gehen. Gestern hat der Zweckverband seinen Nachfolger bestimmt. Es ist der 49-jährige Thorsten Müller, der zur Zeit Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Vogtland, einer Grenzregion zwischen Bayern, Sachsen und Thüringen ist. Als ein wichtiges Thema für seine Arbeit nannte Müller im Gespräch mit unserer Zeitung die Elektrifizierung von sogenannten Dieselstrecken, also Bahnstrecken, auf denen mangels Stromversorgung nur Dieselzüge fahren können. „Der Diesel kommt immer mehr außer Mode, die Umweltbelastungen werden als kritisch gesehen“, so Müller. Es sei sehr erfreulich, dass sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt habe, den Anteil der elektrifizierten Bahnstrecken in Deutschland zu erhöhen.

Auch in Sachen grenzüberschreitenden Bahn- und Busverkehr (siehe Extra links) will Müller die von seinem Vorgänger in die Wege geleiten Entwicklungen weiter vorantreiben. Er verweist dabei auf den grenzüberschreitenden Nahverkehr im Vogtland Richtung Tschechien.

Zuletzt machte der Verkehrsverbund Vogtland mit einer geplanten „Revolution“ des Bus- und Bahnverkehrs Schlagzeilen. Ab Oktober kommenden Jahres soll das Nahverkehrsangebot in dem Grenzgebiet deutlich ausgebaut werden, um Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen. Mit zu dem Konzept gehören eine bessere Vernetzung von Bus und Bahn, ein Ausbau der Regionalbusse und der Einsatz von Bürgerbussen. Müller hat sich auch immer wieder für eine bessere Fernverkehrsanbindung der sächsischen Stadt Plauen eingesetzt.