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Studie der Uni Trier: Jugend in der Region ist bildungsorientiert und heimatverbunden

Trier. Mehr als ein Jahrzehnt nach der großen Jugend-Studie der Region hat der Trierer Soziologie-Professor Waldemar Vogelgesang die Ergebnisse einer neuen repräsentativen Umfrage vorgestellt. Danach erleben „bürgerliche Werte“ bei den 14- bis 25-Jährigen in der Region eine Renaissance. Dieter Lintz

Trier. Der markanteste Unterschied im Vergleich mit den Zahlen des Jahres 2000 liegt im Bildungsniveau. Heute verfügen zwei Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Region über einen hohen Bildungstandard, nur acht Prozent werden von den Forschern der Trierer Uni einem niedrigen Standard zugeordnet. Das ist eine dramatische Verbesserung.

Den Grund sieht Professor Vogelgesang einerseits in einem allgemeinen Anstieg der Bildungs-Orientierung, andererseits in einem gewachsenen Bildungsgrad junger Leute aus Migrantenfamilien. Gerade die in der Region stark vertretenen Aus- und Übersiedler seien inzwischen "eine Generation weiter", die Jugendlichen aus dieser Gruppe "echte Bildungsgewinner".

Erfreulich: Die Zukunftssicht ist durchweg optimistisch. 67 Prozent sehen ihre Zukunft "eher zuversichtlich", weit mehr als vor zwölf Jahren. Wobei auffällt, dass der Anteil der Optimisten in den ländlichen Gebieten sogar noch stärker ausfällt. Dazu passt, dass gerade auf dem Land die "Bleibeorientierung", also das Interesse, nicht aus der Region wegzugehen oder später wiederzukommen, erstaunlich hohe Werte erreicht. Die Macher der Studie vermuten einen Zusammenhang mit der benachbarten Job- und Wohlstandslokomotive Luxemburg.

Das dürfte vor allem einen Kreis wie Bitburg-Prüm interessieren, der neben der Stadt Trier, dem Bistum und der Nikolaus-Koch-Stiftung zu den Finanziers der Studie zählt. Mit 2730 Befragten handelt es sich laut Vogelgesang um die größte vergleichbare Umfrage, die vor Ort je gemacht wurde. Die Ergebnisse seien nach wissenschaftlichen Kriterien repräsentativ.

Die Leistungs- und Lernbereitschaft von Jugendlichen, so das Fazit des Soziologen, sei "deutlich angestiegen", Werte wie Selbstverantwortung und Familie seien wieder mehr gefragt - was man aber nicht als Angepasstheit missverstehen dürfe. Es gebe eine "Symbiose zwischen individueller Selbstverwirklichung und sozialer Verantwortung". Dazu gehört auch, dass der Anteil junger Deutscher, die Schwierigkeiten mit der Akzeptanz von Migranten haben, sich in der Region fast halbiert hat.