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Synode im Bistum Trier geht zu Ende - letzte Sitzung

280 Synodalen sitzen am 28.04.2016 in Trier bei der letzten Vollversammlung der Synode im Bistum Trier. Das Gremium will Empfehlungen zur Zukunft der Trierer Kirche verabschieden. Die Versammlung, die im Dezember 2013 begonnen hatte, ist die erste katholische Synode in Deutschland seit 1990.
280 Synodalen sitzen am 28.04.2016 in Trier bei der letzten Vollversammlung der Synode im Bistum Trier. Das Gremium will Empfehlungen zur Zukunft der Trierer Kirche verabschieden. Die Versammlung, die im Dezember 2013 begonnen hatte, ist die erste katholische Synode in Deutschland seit 1990. FOTO: Harald Tittel (dpa)
Trier. Die erste katholische Synode in Deutschland seit mehr als 25 Jahren geht dem Ende zu: In Trier kamen am Donnerstagabend rund 280 Laien und Geistliche zu ihrer letzten Vollversammlung zusammen. dpa

Nach knapp zweieinhalb Jahren Beratung will das Gremium am Samstagabend ein Reformpaket für die Zukunft der Trierer Ortskirche im dritten Jahrtausend beschließen. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann zu Beginn. Die „Richtungsanzeige“, die es bereits gebe, sei ihm „hilfreich“. „Es geht in die richtige Richtung.“ Das Bistum werde sich verändern. Eine Neuaufstellung der Kirche ist angesichts der sinkenden Zahl von Katholiken, Priestern und Einnahmen notwendig.

Das bislang erarbeitete Schlussdokument schreibt unter anderem eine Stärkung der Laien fest. Die Kirche müsse sich verabschieden von der Vorstellung, „dass Gottesdienste nur dann ordnungsgemäße und gute Gottesdienste wären, wenn ihnen ein Priester oder ein Diakon vorsteht“, heißt in dem Papier unter dem Titel „Umkehr wagen“.

Das Bistum will auch Abschied nehmen von kleinen Pfarreien mit jeweils gleichen Angeboten und stattdessen Großpfarreien bilden, in denes es „verschiedene Orte kirchlichen Lebens“ gibt. Insgesamt sollen aus fast 900 Mini-Pfarreien um die 60 Großpfarreien werden. Auch die Räte im Bistum werden eine neue Struktur erhalten.

Ackermann hat zu Beginn der Synode im Dezember 2013 angekündigt, die Beschlüsse auch umzusetzen. „Ich habe die Synode ausgerufen, weil ich beraten werden möchte für unseren Weg im Bistum“, hatte er damals gesagt. Die Trierer Synode kann nur Dinge beschließen, die das auch das Bistum betreffen.

Das Abschlussdokument soll nach finalen Beratungen am Wochenende entschieden werden. Dazu braucht es eine Zweidrittelmehrheit. Die Umsetzung der Beschlüsse werde voraussichtlich Jahre dauern, sagte der Bistumssprecher. Die Synode hat nach dpa-Informationen rund zwei Millionen Euro gekostet.

Es ist die erste Synode im Bistum Trier seit 1956. Die letzte in Deutschland ging 1990 in Augsburg über die Bühne. Das Bistum zählt rund 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Offiziell endet die Synode am Sonntag mit einem Gottesdienst im Trierer Dom.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Foto: Thomas Frey/Archiv
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Foto: Thomas Frey/Archiv