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Verkehr
Täglich von Trier nach Metz

FOTO: dpa / Sven Hoppe
Trier/Metz/Luxemburg. Die Region Trier will eine bessere Bahnverbindung nach Frankreich. Ab Ende 2024 könnte es einen regelmäßigen Regionalexpress in die lothringische Hauptstadt geben. Von Bernd Wientjes

Von Trier nach Luxemburg fährt täglich bis zum Abend mindestens einmal pro Stunde ein Zug. Von Trier in die 110 Kilometer entfernte Partnerstadt Metz gibt es nur am Wochenende eine Bahnverbindung – einen Zug, der Ausflügler in die lothringische Hauptstadt bringen soll.

Die Verbindung nach Luxemburg hat gerade auch für die Pendler, die täglich mit dem Zug zur Arbeit fahren, eine ganz besondere Bedeutung. Der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz (CDU) kämpft seit Jahren aber dafür, dass auch die grenzübeschreitende Bahnverbindung nach Frankreich besser wird. Zumal es eine durchgehende Schiene entlang der Obermosel von Trier über Perl und Thionville (Lothringen) bis nach Metz gibt.

Die Chancen, dass dort wieder täglich Züge über die Grenze fahren, stehen nicht schlecht, wie der Direktor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord, Thomas Geyer, gestern in Koblenz mitteilte. Mit ein Grund dafür ist die vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron betriebene Bahnreform und die damit verbundene Liberalisierung des Schienenverkehrs in Frankreich.

Bereits vor einiger Zeit wurden seitens des Nachbarlandes alle potenziellen Schienenverbindungen zwischen Frankreich und Deutschland untersucht, darunter auch die von Trier nach Metz. Es bestehe auf beiden Seiten „grundsätzliches Einvernehmen“, diese Verbindungen deutlich zu verbessern, sagt Geyer. Dabei gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder fahren die bisher schon zwischen Trier und Perl verkehrenden Züge weiter bis nach Thionville. Fahrgäste, die nach Metz wollten, müssten dann dort umsteigen auf die Züge, die von Luxemburg aus in die lothringische Partnerstadt fahren. Oder es gebe einen alle zwei Stunden fahrenden durchgängigen Regionalexpress von Trier nach Metz, erläutert Geyer. Das Problem sei allerdings, dass gerade die Strecke von Thionville nach Metz stark überlastet sei, so dass es schwierig werden könnte, dort zusätzliche Züge verkehren zu lassen.

Die Zeit dränge, da die Deutsche Bahn noch bis Ende 2024 auf der sogenannten Obermoselstrecke zwischen Trier und Perl fahre und die Leistung dann neu ausgeschrieben werden müsse. Da ein europaweites Auschreibeverfahren für den Betreiber einer Bahnstrecke erfahrungsgemäß Zeit brauche, müsse bis Mitte nächsten Jahres mit der französischen Seite ein Gesamtkonzept für die grenzüberschreitende Verbindung erstellt werden, sagt Geyer. Er gehe davon aus, dass die französische Bahn darauf bestehe, ihre Züge auf der Strecke einzusetzen. Das bedeute, es müsse sich um Fahrzeuge handeln, die für die unterschiedlichen Stromsysteme der Bahnstrecken diesseits und jenseits der Grenze geeignet seien.

Trotz der noch vorhandenen Unabwägbarkeiten spricht Geyer von einer „sehr positiven Entwicklung“. Und Schartz nennt die Pläne einen „absoluten Erfolg“.